CIA bestätigt: Politische Umstürze haben nur minimale Auswirkungen

Die New York Times beschäftigte sich letzte Woche mit einem Geheimpapier der CIA aus den Jahren 2012 und 2013.  Im Rahmen der Überlegungen zu einer US-Intervention in Syrien wollte das Weisse Haus von seinem Auslandsnachrichtendienst CIA wissen, ob eine Bewaffnung von Rebellen oder Oppositionellen Gruppierungen jemals einen Konflikt in die gewünschte Richtung bewegt hat. Der Zeitungsbericht wurde von einem anonymen Beamten bestätigt. Das Ergebnis der Untersuchungen ist ziemlich eindeutig ausgefallen: Jede offene oder geheime Intervention der CIA hatte, wenn überhaupt, nur minimale Auswirkungen auf den langfristigen Ausgang des jeweiligen Konfliktes gehabt. Alleine Aktionen, welche zusammen mit amerikanischen Bodentruppen durchgeführt wurden, hätten eine Auswirkung auf den Ausgang eines Konfliktes gezeigt.

Insgesamt wird in den Geheimpapieren von nur einem wirklichen Erfolg gesprochen: Der Bewaffnung afghanischer Mujahideen Kämpfer, welche ab 1981 in Afghanistan gegen Truppen der Sowjetunion kämpften und diese schliesslich zum Rückzug zwangen. Die USA und ihre Alliierten Pakistan und Saudi Arabien mischten sich massiv in den Konflikt des Landes ein. Doch auch dieser Erfolg hinterliess einen bitteren Nachgeschmack für die Staaten: Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen 1989 kam es zum Bürgerkrieg zwischen den verschiedenen Mujahideen Gruppierungen und Al-Qaeda entstand. Bereits lange vor den Ereignissen vom 11. September 2001 haben Kritiker angemerkt, dass die amerikanischen Geheimdienste mit der damaligen massiven Förderung radikaler islamistischer Elemente den grössten Feind der USA selber herangezüchtet hätten.

Das eine US-Intervention in Syrien also nicht stattfand, hat man also eher den Überlegungen zu verdanken, dass Waffen, welche man Oppositionskämpfern in Syrien übergibt, früher oder später bei Terrorgruppen landen könnten. Trotzdem begann der CIA im April 2013 mit der Bewaffnung und Schulung von Rebellen, zwar nicht in Syrien, dafür aber in Jordanien und dem Bürgerkriegszerrüttelten Libyen. Doch auch hier wiederholte sich die Geschichte: Terrorbanden wie der IS und Al Nusra (Al-Qaeda) konnten sich durch die Hilfe der USA, Qatars und Saudi Arabiens im Bürgerkrieg behaupten und schlachten nun Andersdenke ab. Um einem zweiten 11. September vorzukommen, will die CIA dieses mal nicht auf eine Machtfestigung des IS warten und bildet 5.000 „moderate Rebellen“ für den Kampf gegen Dschihadisten aus.

Die NATO mit der USA an der Spitze tritt als Kämpferin für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte innerhalb einzelner Länder auf, agiert jedoch in der internationalen Arena von der genau entgegengesetzten Position heraus. Die westlichen Alliierten ignorieren das in der UN-Charta festgelegte demokratische Prinzip der souveränen Gleichheit der Staaten, sie brechen das Völkerrecht und teilen die Welt weiter in Gut und Böse auf. Washington deklarierte offen sein Recht auf den einseitigen Einsatz von militärischer Stärke wo auch immer es für die Verteidigung der eigenen Interessen dienlich war. Militärische Interventionen wurden leider zur Norm und zwar trotz der Tatsache, dass alle in den letzten Jahrzehnten von den USA unternommenen Gewaltoperationen in noch grösserem Leid endeten.

Die CIA hat in ihrer 67-jährigen Geschichte wiederholt Aufständische in allen Teilen der Welt bewaffnet, soweit diese dienlich waren, eine unliebsame Regierung oder einen verhassten Regierungschef zu stürzen. Die Beispiele reichen von 1976 in Angola über Nicaragua 1981 bis hin zu Kuba 1959, Wikipedia bietet die komplette Liste:
http://en.wikipedia.org/wiki/Timeline_of_United_States_military_operations

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~ von oyukidaruma - 31/10/2014.

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