Tibets Volkskongress will sich am Kampf gegen Armut messen lassen

Während einer Sitzung des Volkskongresses des autonomen Gebietes Tibet sprachen sich Parteisekretär Chen Quanguo und Intendant Losang Jamcan für mehr finanzielle Mittel aus, welche in die Armutsbekämpfung gesteckt werden sollen. Intendant Losang will sich und seine Regierung sogar am Erfolg dieses Massnahme messen lassen. So werde bis Ende des Jahres der Mindestlohn von 200 auf 260 US-Dollar jährlich angehoben. Tibets BIP betrug 2013 knapp 13 Milliarden US-Dollar und war damit so hoch wie das von Albanien oder Namibia. Beim BIP pro Kopf erwirtschafteten die Tibeter knapp 3.000 US-Dollar. Zuletzt erklärte Losang, dass an der systematischen Vertreibung von Tibetern nichts dran sei, ebenso wenig wie an einem organisierten Zuzug von Han Chinesen.

Der Zuzug beschränke sich auf chinesische Geschäftsleute die in Lhasa mit ihren Familien leben und arbeiten. Die mittlerweile 3 Millionen Tibeter stellen 93 % der Gesamtbevölkerung Tibets. Tibets Volkskongress bewilligte Reformpakete im Gesamtwert von 5 Milliarden US-Dollar. Die Armutsrate soll so bis zum Ende des Jahres um 60 Prozent im Vergleich zum Jahre 2010 sinken. Parteisekretär Chen geht davon aus, dass seit 2011 eine halbe Million Tibeter aus der Armut befreit werden konnten. Tibets Armutsgrenze liegt derzeit bei 292 Euro. Damit leben ca. 830.000 Tibeter unterhalb dieser Grenze. Es handelt sich grösstenteils um Bauern aus dem Süden des Landes. Tibet stellt mit 34 Prozent Armen die höchste Rate in der gesamten Volksrepublik.

Durch das Reformpaket sollen noch bis Mitte 2015 rund 130.000 Menschen aus der Armut befreit werden. 100.000 Bauern und Hirten wurde angeboten in landwirtschaftlich bessere Gegenden umzuziehen. Neue Höfe und Häuser werden dann durch den Staat bereitgestellt. Zudem erhält jeder Haushalt, welcher umzieht, staatliche Subventionen der Zentralregierung zwischen 1.900 und 4.070 US-Dollar. Viele Bauern leben unter extrem schlechten sanitären Bedingungen. Zudem werden Bauern und Hirten lukrative Jobangebote in der Infrastruktur angeboten. Der Autobahn- und Zugverkehr wird derzeit grosszügig ausgebaut, auch der Bau weiterer Flughäfen wurde beschlossen.

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~ von oyukidaruma - 22/10/2014.

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