Todesstrafe für die Killer von Imam Juma Tayir

Nurmemet Abidilimit und Gheni Hesen, die Killer von Juma Tayir, dem Imam der Id Kah Moschee in Kashgar (Autonomes Gebiet Xinjiang) wurden durch Genickschuss hingerichtet. Die Vollstreckung wurde auf Wunsch der Angehörigen von Juma nicht öffentlich durchgeführt. Ein Dritter, Atawulla Tursun wurde zu 250 Jahren Gefängnis verurteilt. Der oberste Volksgerichtshof in Beijing bestätigte das Urteil des obersten Volksgerichtshofes von Kashgar.

Die drei Richter des obersten Volksgerichtshofes von Kashgar sahen es als erwiesen an, dass Gheni Hesen eine Terrorgruppe im Internet gründete und weitere Mitglieder rekrutierte. Zusammen planten sie Chinas populärsten Imam zu töten. Atawulla Tursun und dem 19 jährigen Nurmemet Abidilimit wurde nachgewiesen, Waffen beschafft zu haben und Informationen über die Gottesdienste des Imam gesammelt zu haben. Tayir wurde im Alter von 74 auf offener Strasse umgebracht, nachdem er gegen 7 Uhr Morgens am 30. Juli den Morgengottesdienst beendete.

Zwei weitere Beteiligte, Turghun Tursun und Memetjan Remutillan, wurden von Einheiten der Volksarmee während der Verfolgung erschossen. CCTV berichtete in einer Spezialsendung zur Hinrichtung davon, dass Abidilimits Geständnis zur Verhaftung von Hesen und Tursun führte. Die Volksstaatsanwaltschaft schrieb auf ihrem Blog, die Fünf Terroristen wären Extremisten gewesen und wollten etwas „wirklich grosses“ durchführen, um sich einen internationalen Namen zu machen. Tayir hinterlässt Acht Kinder.

Tayirs brutale Ermordung geschah nur wenige Tage nach einem Terrorangriff in Shache County, Kashgar. Bei dieser feigen Attacke wurden 37 Zivilisten (Uyguren und Chinesen) getötet und weitere 94 teils schwer verletzt. Eintreffende Einheiten der Volksarmee verfolgten die Killer bis zu ihrem Lager, bei einem Feuergefecht wurden 59 Terroristen erschossen und 215 festgenommen. 17 Politiker der Region wurden bestraft oder abgemahnt, weil sie Mitverantwortung an dem Anschlag hatten.

Mehr als 107 Geistliche sprachen an seinem Grab. Darunter Ebeydulla Mohammed, Ranghoher Imam, Fan Chenguang, Vizechef der Uygurischen Christen und Yi Xuan, Buddhistischer Mönch aus dem Nanshan Faming Tempel. Viele Geistliche fürchten um ihre Sicherheit und forderten nach der Beerdigung mehr Sicherheitskontrollen und Polizeipatrouillen. Xinhua schrieb, dass „Terroristen und Extremisten die grösste Gefahr für Religionsfreiheit und Menschenrechte in der Region seien“.

Dilxat Raxit, Sprecher von Rebiya Kadeers World Uyghur Congress verurteilte den Anschlag nicht, sondern behauptete, die Ermordnung läge an der chinesischen Politik. In einem Kommentar der South China Morning Post wurde der chinesischen Zentralregierung vorgeschlagen, noch mehr für die wirtschaftliche Entwicklung in Xinjiang zu tun, um Ärmere und ungebildete Schichten davon abzuhalten sich Extremisten anzuschliessen. Alleine gegen den Extremismus anzukämpfen würde nicht mehr ausreichen, die Ursachen für die Unruhen lägen in der teils brutalen Armut der Westregionen Xinjiangs an der Grenze zu Afghanistan und Tajikistan.

Chinas Führung und der Volkskongress des autonomen Gebietes zeigten sich „tief geschockt“ über die brutale Gewalt. Nur Bekri, Uygure und Vorsitzender der Volkskongresses der Uyguren, beschrieb Tayirs Ermordnung als grossen Verlust für das gesamte Land. Der Imam sei immer vom Glauben geführt worden und hätte viel für die Völkerverständigung getan, sowohl im autonomen Gebiet selbst, als auch landesweit. 1996 wurde bereits Tayirs Vorgänger von zwei Maskierten auf dem Nachhauseweg überfallen. Der Iman überlebte den feigen Angriff knapp, obwohl er 21 mal niedergestochen wurde. Imam Juma Tayir galt als religiös-politisches Oberhaupt der islamischen Gemeinschaft in der Volksrepublik.

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~ von oyukidaruma - 20/10/2014.

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