Die Totschläger der Almighty God Sekte stehen vor Volksgericht

Die fünf Totschläger hatten am vergangen Donnerstag ihren einzigen Prozesstag vor den drei Richtern des Volksgerichtshofes. Zhang Fan, Zhang Lidong, Lu Yingchun, Zhang Hang und Zhang Qiaolian erwartet nun die Todesstrafe. Die Anklage lautet: Vorsätzlicher Totschlag. Die Volksstaatsanwaltschaft forderte Tod durch Genickschuss. Die Exekution soll nicht öffentlich durchgeführt werden. Zhang Fan, Zhang Lidong und Lu Yingchun erwartet zudem eine Anklage aufgrund der Religionsgesetze, da deren Sekte wiederholt das Gesetz gebrochen habe. Die Angeklagten schlugen eine 35-jährige am 28. Mai 2014 in einem McDonalds Restaurant in Zhaoyuan (Provinz Shandong) tot, nachdem sich diese weigerte, den Sektenmitgliedern ihre Telefonnummer zu geben.

Der Prozesstag ging 9 Stunden und alle Angeklagten gaben vor Gericht das Verbrechen zu. Zhang Fan, Zhang Lidong and Lu Yingchun gaben allerdings an, einen Dämon könne man nicht töten und mit ihrer Tat hätten sie etwas Gutes bewirken wollen. Einer der Rechtsanwälte legte daraufhin sein Mandat nieder. Gao Cheng, der Rechtsanwalt der Opferfamilie erzählte der Global Times, er hätte sich während des gesamtes Prozesses schockiert und ohnmächtig gefühlt. „Die Angeklagten betonten immer wieder, dass sie das dämonische erkannt hätten uns sie sich nur wehren konnten, indem sie das Opfer angegriffen hätten. Es ist unerträglich für mich und die Familie des Opfers, weil Wu war einfach nur die sorgsame Mutter eines 6-jährigen Jungen.“

Beijings The Mirror schrieb, dass Zhang Fan lachte, als die Anklage verlesen wurde. „Ich habe keine Angst vor dem Volksgericht und dem Urteil. Ich glaube an Gott,“ liess Zhang Lidong verlauten. Zhang Hang und Zhang Qiaolian gestanden den brutalen Totschlag allerdings und zeigten auch Reue für die Tat. Cao Jian, Rechtsanwalt von Zhang Hang, sagte seine Mandantin zeige Reue und das sie auf die Beine des Opfers ohne Tötungsabsicht eingeschlagen habe. Zhang Hang ist mit ihren 18 Jahren die Tochter von Zhang Lidong und Zhang Fans jüngere Schwester. Cao sagte, ihre Familie hätte sie gezwungen immer zuhause zu bleiben und der Sekte hörig zu sein.

Anwalt Gao gab an, die Familie des Opfers sei entschlossen, eine brutale Bestrafung zu fordern. Die Volksstaatsanwaltschaft präsentierte während des Prozesses mehrere Zeugen, von denen einige die Aussagen verweigerten, aus Furcht vor Übergriffen der Sekte. Andere Beweise, welche vorgebracht wurden, waren Überwachungsvideos, der gerichtsmedizinische Bericht und die Mordwerkzeuge. Täterrechtsanwalt Cao sagte, die juristischen Rechte der Beschuldigten seien gewahrt worden, es fand keine Folter oder Misshandlung statt. Die Angeklagten behaupteten im Schlussplädoyer, sie hätten mehr als 40 Mitglieder rekrutiert und über 100 „Gottesdienste“ abgehalten.

Der brutale und öffentliche Mord an Wu brachte das ganze Land gegen die Sekte auf. Eine danach durch die Behörden durchgeführte Bekämpfung brachte 1.500 Festnahmen nach sich. Darunter seien 100 Anführer und Verwalter der Sekte. Die Sektenmitglieder glauben, dass eine Unbekannte aus Henan mit dem Namen Deng die Wiedergeburt von Jesus sei. Deren Botschaft sei es, dass die Bibel ausgedient hätte und die weibliche Wiedergeburt von Jesus das dritte Testament verkünden werde. Das Urteil des Volksgerichtshofes soll zeitnahe gefällt werden.

Wir berichteten hier über diesen Fall: https://oyukidaruma.wordpress.com/2014/07/18/totschlag-entfacht-neue-debatte-um-religiose-freiheiten/

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~ von oyukidaruma - 25/08/2014.

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