Nestlé zapft Indianern das Wasser ab

Riverside County im südöstlichen Teil Kaliforniens ist in den USA vor allem für seine zwölf staatlich anerkannten Indianerreservate bekannt und besteht fast ausschliesslich aus Wüste. Entsprechend knapp ist in dieser Region daher das Wasservorkommen. Doch Nestlé scheint diese Tatsache, wie zuvor in Algerien, Pakistan oder Brasilien nicht zu interessieren. Amerikas Zeitung Desert Sun beschuldigt den Schweizer Konzern nun, für seine Getränkemarke Pure Life Wasser aus der Quelle zu beziehen.

Laut dem Artikel der Zeitung nutzt Nestlé ein Wasser Reservoir, welches im Morongo Indian Reservation Gebiet angesiedelt ist. Deswegen will sich die örtliche Behörde auch nicht einmischen und behauptet frech gegenüber der Zeitung, sie wisse nicht, wer aus der Quelle Wasser bezieht und wie viel. Tatsächlich liegt die Zuständigkeit bei der Firma Desert Water Agency und deren Chef David Luker sieht keine Probleme darin, mit dem Grosskonzern Geschäfte zu machen. Das US-Blatt schrieb von einer Schande, dass das Wasser der lokalen Bevölkerung abgezapft werde für den Export.

Ähnlich sieht es auch der Autor Peter Gleick, welcher sich mit seinem Buch Bottled and Sold für eine öffentliche Wahrnehmung einsetzt. Wie viel Wasser Nestlé aus der Gegend bezieht, ist nicht bekannt. Gegenüber Desert Sun wollte der Konzern keine Auskunft geben und verwies auf seinen umweltfreundlichen und nachhaltigen Umgang mit Wasser. Nestlé gilt zusammen mit Danone und Coca Cola als einer der grössten Befürworter einer weltweiten Privatisierung von Wasser.

Seit einigen Jahren kaufen Firmen wie Nestlé und Coca Cola weltweit Gebiete auf, die reich an Wasserquellen sind. Das das Thema überhaupt in den Fokus der Weltöffentlichkeit rückte, ist einer brasilianischen Bürgerbewegung geschuldet, welche gegründet worden ist, um die Wasserquellen in Brasilien zu verteidigen, unter anderem die des Wasserparkes von São Lourenço, bekannt für seine vielen Heilquellen. Dabei kämpft die Organisation gegen zwei Probleme an: Die Privatisierung der Wasserversorgung in den Städten, wie es zum Beispiel in Manaus der Fall ist, und die viel gefährlichere und weniger bekannte Tatsache der Privatisierung von ganzen Wasserquellen.

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~ von oyukidaruma - 21/08/2014.

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