Warum wird der Absturz von MH 17 nicht aufgeklärt?

Die Arbeiten an der Absturzstelle des Fluges MH 17, annöhernd 60 Kilometer östlich von Donezk, kommen nur schleppend voran. Rundherum nehmen die Kämpfe an Heftigkeit zu, seit die ukrainische Armee kurz nach dem Absturz mit einer neuen Offensive die Lage destabilisierte. Die OSZE Mitarbeiter bestätigten seit Kampfbeginn vermehrt Militärkolonnen in der Nähe der Absturzstelle. Die Grenze zu Russland östlich der Absturzstelle wird weiterhin von den Rebellen kontrolliert. Eingeschränkt durch die Kämpfe und Bombardements der Absturzstelle durch die ukrainische Luftwaffe, könnten sich die Untersuchungen daher noch Wochen hinziehen, glaubt OSZE-Sprecher Michael Bociurkiw. „Die nicht endenden Kampfhandlungen, das schwierige Gelände mit dem hohen Gras und die unerträgliche Hitze machen uns die Arbeit extrem schwer.“

Unter gebetsmühlenartiger Wiederholung der immer gleichen, nie vollständig bewiesenen Vorwürfe, wurde nun eine Reihe weitreichender Sanktionen gegen Russland verabschiedet. Das Unglück selbst dient nur noch als Rechtfertigung militärischer Unterstützung für das Pack welches in Kiew regiert und seiner eigenen Bevölkerung im Osten den totalen Krieg erklärt hat. Das Flugzeugunglück dient der NATO nun als psychologische Ausschlachtung. Warum legt die amerikanische Regierung ihre Beweise gegen Putin nicht vor? Warum werden die inzwischen ausgelesen Daten der Blackbox nicht der Öffentlichkeit übergeben? Das, was die NATO bislang vorzuweisen hat, kann von keinem Militärexperten ernst genommen werden.

Oder stimmt es vielleicht doch? Wurden die USA bei einer neuen False Flag Aktion ertappt? Wir erinnern uns an den Tonkin-Zwischenfall, der zum direkten Eingreifen der Amerikaner in den Vietnam Krieg beitrug und insziniert war. Wir erinnern uns an die Brutkastenlüge, mit der die USA ihre militärische Intervention zur Befreiung Kuwaits, legitimierten. Dank eines Whistleblowers stellte sich die Geschichte später als Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton heraus. Wir erinnern uns auch an den Jugoslawienkrieg. All die Berichte über Konzentrationslager in Pristina, den Massakern in Rugovo und dem sogenannten Hufeisenplan – alles erstunken und erlogen. Kein geheimes serbisches Dokument, sondern in Wahrheit ein Produkt des Führungsstabes der NATO. Über die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak muss man kein weiteres Wort verlieren….

Daher ist bewiesen, in grossem Umfang auch durch die brisanten Pentagon Papiere, dass amerikanische Regierungen Zwischenfälle für die Weltöfffentlichkeit inszeniert haben, um einen Kriegseintritt zu bewerkstelligen. Die partielle Veröffentlichung der Pentagon-Papiere 1971 durch die New York Times deckte die gezielte Irreführung der US-amerikanischen Öffentlichkeit in Bezug auf den Vietnamkrieg durch alle Präsidenten von Truman bis Nixon auf. Die Weltöffentlichkeit erfuhr, dass entgegen vielen Beteuerungen beteiligter Präsidenten der Krieg schon lange vorher geplant und gewünscht war und die Sicherung der Demokratie in Südvietnam keine Priorität hatte. Die Veröffentlichung gelang nur gegen den Widerstand der Regierung aufgrund der Entscheidung des höchsten US-Gerichtes und trug wesentlich zur Beendigung des Krieges bei.

Wer hat den Umsturz eines demokratisch gewählten Präsidenten in der Ukraine angezettelt? Geht die grösste Gefahr für den Weltfrieden wirklich von Putin und Russland aus?  Für die US-Regierung und deren militärisch-industriellem Komplex, sowie den US-Energieriesen gibt es nur Vorteile einer Eskalation: Abtrennung der EU von Russland und derem Gas zum Beispiel. Wer sich fragte, was zu der äusserst positiven Haltung von US-Vizepräsident Joe Biden für die ukrainische Regierung, an der Faschisten beteiligt waren führte, bekam die Antwort vor ein paar Wochen: Hunter Biden, der Sohn von Joe Biden wurde in das Direktorium des grössten privaten Gasproduzenten der Ukraine berufen. Ein Unternehmen, welches nach dem Willen des IWF die Gaspreise nach deren Kredit um 40% erhöhen soll!

Was wurde eigentlich aus der Maidan Bewegung? Das Protestlager als Symbol des ukrainischen Widerstandes gegen den damaligen Präsidenten Janukowitsch hat sich nie aufgelöst, im Gegenteil. Durch den Zuzug von immer mehr Demonstranten ausserhalb Kiews ordnete der neue Bürgermeister Vitali Klitschko immer wieder an, den Platz mit Gewalt räumen zu lassen. Zum ukrainischen Unabhängigkeitstag am 24. August soll hier eine Militärparade stattfinden. Seit der Flucht von Janukowitsch wurde den Prostlern mit einer Räumung durch Gewalt gedroht. Würde diese durchgeführt werden, stünde der Maidan aber wieder im Mittelpunkt der Weltpresse. Klitschko und Polizeichef Moros haben sich deshalb darauf geeinigt, Maßnahmen zu ergreifen, um die besetzten Verwaltungsgebäude und gesperrten Straßen im Zentrum von Kiew zu räumen. Unfassbar: Sie selbst waren Dezember 2013 die Anführer für die Besatzungen und Absperrungen!

Bei Zusammenstössen diese Woche kam es zu massiven Ausschreitungen zwischen 300 städtischen Sicherheitskräften und Maidan-Aktivisten: Brandsätze wurden entzündet, Barrikaden und Reifen neu angefackelt, es kam zu Explosionen, Schießereien und Schlägereien. Die Bewohner des Zeltlagers wollen wenigstens noch bis zu den Wahlen im Herbst durchhalten und weiter demonstrieren. Und das aus gutem Grund: Sie fordern nun den Ausschluss der faschistischen Parteien aus dem Parlament und tiefgreifende Sozialverbesserungen. Wohlwissend, was im Zuge der geflossenen EU- und IWF-Hilfsgelder auf das ukrainische Volk zukommt: Die Sanktionen und der Sozialabbau werden schlimmer als im EU-Krisenstaat Griechenland.

Zurück zum Absturz der MH 17 Maschine: Eine US-Sprecherin gab vor einigen Wochen in Washington überraschend ein Geständnis ab: Sie musste einräumen, dass die Ukraine tatsächlich einen Kampfjet in der Krisenregion zum Absturzzeitpunkt im Einsatz hatte. Dieser Jet könnte die Rebellen, mit was für Waffen auch immer, provoziert haben, in Richtung der Passagier-Maschine zu schießen. In diesem Fall hätte die Ukraine eine klare Mitschuld am Tod von fast 300 Zivilisten. Die Amerikaner kämen als militärische Drahtzieher und Lieferanten von Satellitendaten gewaltig unter Druck.

Nach all den Versprechen, die der Westen zur Aufklärung des MH 17-Vorfalles machte, haben Erinnerung und Motivation stark nachgelassen, sind die Opfer bereits vergessen und die Tragödie abgeschrieben. Was bleibt sind verschärfte Sanktionen gegen Russland, deren harte Reaktion und die verbindliche Zusage, das Regime in Kiew weiter mit Waffen, Geld und militärischer Ausbildung zu unterstützen. Wenn der Westen Russland in der Sache MH 17 den Bösewicht geschimpft hat – wie soll man dann Washington, Berlin und Brüssel nennen, gemessen an dem was sie bisher angerichtet haben?

Weiterführende Informationen:

Ukrainier verbrennen ihre Einberufungsbefehle:

Ukrainische und westliche Medien verzerren die Realität an der Absturzstelle:

 

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~ von oyukidaruma - 08/08/2014.

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