Japans Abe erhofft sich politische Unterstützung vom Westen

Wie jetzt erst bekannt wurde, war Abes Rolle bei der Verurteilung Chinas, von den G7-Staaten ausgehend, viel grösser als bisher angenommen. Die G-7 forderten in einem Abschlussstatement China dazu auf, auf jede „Anwendung von Gewalt“ zu verzichten und die Gebietsansprüche seiner Nachbarn zu „respektieren“. Japan wurde dagegen gelobt, im speziellen für sein Streben nach Frieden in der Westlichen Pazifikregion. Diese diplomatischen Unsinnigkeiten belasteten das Verhältnis zwischen China und Japan weiter. Premier Abe muss endlich aktzeptieren, was die Deklaration von Kairo und die Potsdamer Proklamation festlegen, nämlich das Japan alle chinesischen Territorien zurückgeben musste, die es vor und während des Zweiten Weltkrieges besetzt hat.

Dazu zählen natürlich auch die Diaoyu/Senkaku-Inseln. Den Kapitulationsvertrag, den Japan am 2. September 1945 unterschrieben hat, hält fest, dass das Kaiserreich alle Vorgaben in der Potsdamer Proklamation anerkennt. China bekam 1945 die Souveränität über alle verlorenen Territorien legal zurück. Es gibt genügend Belege, die beweisen, dass die betroffenen Inseln unter Chinas Herrschaft standen: Obwohl die Inseln während der Qing-Dynastie 1895 gewaltsam von Japan annektiert wurden, war Chinas Souveränität über diese kontinuierlich. Deswegen hat Japan unter anderem auch kein Recht dazu, Einwände gegen die Luftverteidigungszone zu erheben, die China als Reaktion auf Japans Luftverteidigungszone eingeführt hat.

Da die Breite des Ostchinesischen Meeres weniger als 400 nautische Meilen (750 Kilometer) beträgt und Küstenstaaten zu einem Kontinentalgürtel von mindestens 200 nautischen Meilen berechtigt sind, haben die Spannungen zwischen China und Japan über die Abgrenzung der Kontinentalgürtel zugenommen. Mit der G-7 Einmischung in den Disput zeigte Japans Regierung der Weltöffentlichkeit, dass es nicht willens ist, den Konflikt durch Gespräche friedlich beizulegen. Ganz im Gegenteil: Japan versucht mit falschen Behauptungen und Geschichtsverdrehung international Stimmung gegen die Volksrepublik zu erzeugen.

Statt sich immer wieder in die Angelegenheiten anderer Länder (Südkorea, China, Malaysia, Vietnam, Taiwan) einzumischen, sollte Japan die eigene militärische Vergangenheit reflektieren und für die Kriegsverbrechen in den eben genannten asiatischen Ländern um Vergebung bitten. Japan hat bis heute keinen offiziellen Versuch unternommen, seine Kriegsschuld in einer Art und Weise zu beleuchten, die mit der Deutschen vergleichbar wäre. Das ist auch der Hauptgrund für die Eskalation um die Inseln, es geht nicht um steinerne Felsbrocken und auch nicht um die Rohstoffe, es geht darum, dass Japan sich im Jahre 2014 weiterhin weigert, seine kollektive Verantwortung für die eigenen Kriegsverbrechen zu übernehmen.

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~ von oyukidaruma - 23/06/2014.

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