China hebt den Mindestlohn in den grössten Metropolen erneut an

Chinas Staatsrat gab letzte Woche bekannt, die Mindestlöhne in den Metropolen nochmals anzuheben, um den Menschen mit den steigenden Lebenshaltungskosten zu helfen. So sei zum Beispiel für Shanghai geplant, den monatlichen Mindestlohn um 12,3 Prozent auf umgerechnet rund 250 Euro anzuheben, Beijings Mindestlöhner erwartet ein Lohnplus von 11,4 Prozent  (ca. 180 Euro). Ein weiterer Grund der Anhebung ist die Hoffnung von Li Keqiang, die Binnennachfrage in den Metropolen auch für die Ärmeren anzukurbeln. Seit mehr als einem Jahrzehnt werden die Mindestlöhne kontinuierlich vom Staatsrat angehoben.

Ökonom Qu Hongbin, Managing Director bei der HSBC Holdings, erwartet, dass der Staatsrat die Wirtschaft „eher früher als später“ erneut unterstützen würde. Regent Xi Jinping versucht derweil zusammen mit dem Politbüro die Korruption in der Regierung, den Staatsunternehmen und der Volksbefreiungsarmee einzudämmen. 250 Dollarmilliardäre und über 1 Million Dollarmillionäre stehen immer noch rund 150 Millionen Armen gegenüber, von denen ca. 80 Millionen ihr Geld als Wanderarbeiter verdienen. China machte in den letzten Jahrzehnten immense Schritte bei der Armutsbekämpfung. Chinas nationaler Volkskongress legte im März fest, Chinas Mindestlöhne müssten bis 2016 jährlich um 13 Prozent steigen. Die Quote wurde 2011 sogar übertroffen, die Löhne stiegen insgesamt um 22 Prozent.

Besonders die Lebenshaltungskosten in den Megametropolen fressen den Chinesen ihr Einkommen weg. Die Immobilienpreise verdreifachten sich in den letzten Jahren in Städten wie Beijing, Hongkong oder Shenzhen, die Lebensmittelpreise stiegen 2011 offiziell um annähernd 12 Prozent. Die Höhe der Lebenshaltungskosten in Shanghai überafen im letzten Jahr Metropolen wie New York oder Los Angeles. Weltweit liegt Shanghai inzwischen auf Rang zwölf der teuersten Städte.

Trotz den steigenden Löhnen verlangen die Arbeitnehmer auch nach mehr Rechten bei Lohnverhandlungen und Arbeitsbedingungen. Rund 30.000 Streiks zählen Chinas staatliche Gewerkschaften pro Jahr. Der Staaatsrat lässt sie meistens gewähren. Langsam lässt die chinesische Führung es zu, dass sich Gewerkschaften von Parteiorganisationen zu Arbeitnehmervertretungen wandeln. Nur wenn sie zu radikal werden, Lohnexplosionen in bestimmten Branchen provozieren oder sich als Feind der wirtschaftlichen Entwicklung etablieren, schreitet die Führung ein.

Advertisements

~ von oyukidaruma - 07/04/2014.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: