Der feige Terroranschlag von Kunming

Gegen 21.30 Uhr am Samstagabend rannten zwischen acht und zehn unbekannte Angreifer mit Macheten und Samuraischwertern in den Bahnhof von Kunming und verletzten wahllos Reisende, die an den Fahrkartenschaltern standen oder auf ihre Züge warteten. Die Tragödie von Kunming wird damit zu einem der größten Amokläufe in der chinesischen Geschichte. Während sich das staatliche TV mit seinen Bildern zurückhielt, waren im Internet nach kurzer Zeit blutberströmte Polizisten und teils schlimm zugerichtete Zivilisten zu sehen. Anerkennung und Dank wurde den Polizisten zuteil, welche den Bahnhof gegen die Angreifer verteidigten.

Massaker dieser Art sind in China, wo Schusswaffen verboten sind, absolute Aussnahmen. Das Land befindet sich seit der Attacke unter einem kollektiven Schockzustand, viele Freiwillige aus Kunming und anderen Metropolen spendeten Blut für die Verletzten. Vier Attentäter seien nach Warnung erschossen und eine weibliche Verdächtige angeschossen worden, der Rest sei entkommen, liessen die Behörden am Samstag verlauten. Erst vor wenigen Monaten kam es in Beijing zu einer ähnlichen Tragödie, als eine „nicht chinesische“ Familie absichtlich mit ihrem Wagen auf dem Tiananmen in eine Menschenmenge raste und den Wagen danach in Brand setzte.

Der erneute Zwischenfall in Kunming wird sicher auch Thema auf der bevorstehenden Sitzung des nationalen Volkskongresses. Regent Xi Jinping sprach das Thema schon vorab an und forderte in den Medien, die „von Arroganz angeschwollenen gewalttätigen Terroristen“ müssten „streng und resolut“ bestrafen werden. Er wies alle Sicherheitskräfte des Landes zur besonderen Wachsamkeit auf. In Kunming sind seit Sonntag vermehrt Soldaten und Fahrzeuge der Volksbefreiungsarmee unterwegs. Wichtige Kreuzungen, Bahnhöfe und Shopping Malls stehen unter Überwachung.

In der Volksrepublik ist es fast unmöglich an Schusswaffen zu kommen, auch die Beschaffung von Sprengstoff und Bombenteilen ist extrem schwer. Messer und Beile sind beliebte Mord- und Angriffswaffen. Ministerin Fu Ying verurteilte die Attacke vom Samstag, bei der 29 Menschen getötet und 143 weitere verletzt wurden. Bei einer TV-Ansprache vor Beginn der Sitzung des NVK sagte sie, nur unmenschliche Killer könnten eine solche Tat planen und durchführen. Der rote Bambus bestätigte gestern, dass die Terrorbande von Abdurehim Kurban für die Kunming Attacke verantwortlich sei. Die Volkspolizei hätte die angeschosse weibliche Angreiferin und drei weitere Verdächtige mittlerweile festgenommen und verhöhrt.

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~ von oyukidaruma - 04/03/2014.

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