Was passiert in Syrien?

Wenn man derzeit die Libanesen nach ihrer Rolle im syrischen Bürgerkrieg fragt, lautet die Antwort, wenn Al-Qaida in Syrien siegt, bringen sie den heiligen Krieg in den Libanon. Längst jedoch wird dieser Konflikt dort schon ausgetragen: Mit der Unterstützung der Hisbollah für Assad fallen über den Vierteln der Schiitenmiliz die Bomben. Doch dazu kein Bericht in den deutschen Medien. Hintergründe waren schon immer uninteressant. Ebenso wenig zu dem Doppelanschlag auf die iranische Botschaft in Beirut. Nun beginnt die Miliz langsam ihre Viertel vor feindlichen Angriffen und Selbstmordattentäter zu verbarrikadieren.

Anders in Libanons zweitgrößter Stadt Tripoli, dort findet bereits seit dem Sommer ein Stellvertreterkrieg statt. Sunnitische Einheiten bekämpfen sich von einem Tal aus mit dem alawitischen Milizen auf dem Berg. So weitet sich der Krieg in Syrien zwischen Sunniten und Schiiten gen Süden aus. Die Alliierten der jeweiligen Parteien; also Saudiarabien, Qatar und die Türkei auf der einen und der Iran, der Irak und die libanesische Hisbollah auf der anderen Seite. Der Jahrhundert alte Konflikt zwischen den großen islamischen Glaubensrichtungen wird immer heftiger – unter anderem, da er von den Westmächten munter gefördert wird.

Die Einmischung der Regionalmächte Saudiarabien und Iran haben den Konflikt extrem angeheizt. Mittlerweile herrscht das absolute Chaos im Nahen Osten. Nur einer der vielen Widersprüche ist Saudiarabiens anhaltende Unterstützung für die Rebellen, wohlwissend das deren Anzahl an Al-Qaida-Kämpfern stetig zunimmt. Nicht zu vergessen, eines der vorrangigsten Ziele dieser Terroristen ist die Vernichtung der saudischen Monarchie. Noch unterstützen die Araber den Kampf der Rebellen für einen neuen Gottesstaat vor der Haustüre Israels. Eben aus diesem Grund.

Die radikalen Golfstaaten, hier mal ausgenommen die dazu recht liberal wirkenden Vereinigten Arabischen Emirate, sehen ihren Einfluss und Macht schwinden. Schon einmal mussten die Araber aber mitanschauen wie ein durch sie hervorgerufener Führungswechsel zu ihren Missgunsten verlief. Dank dem durch die verbündeten Amerikaner gestürzten Hussein gehört der Irak mit seiner schiitischen Mehrheit nun zu einem Verbündeten Teherans. Die einst respektierte arabische Großmacht Ägypten versinkt allmählich im selben Chaos wie Syrien. Technologisch, auch auf dem Gebiet der Atomenergie, haben die ehrgeizigen Iraner die trägen arabischen Nachbarstaaten längst überholt.

Deshalb wird dieser blutige Krieg auch 2014 weitergeführt. Assads Truppen erobern in diesem zähen und brutalen Krieg eine zerschossene Barrake nach der anderen zurück. Selbst wenn der Westen doch noch einschreitet und Assad dadurch verlieren sollte, wird der Konflikt kein Ende finden. Schon jetzt ist zu erkennen, wie sich dieser nach Norden in die Türkei, im Osten in den Irak und nach Süden in den Libanon und nach Jordanien ausbreitet. Die Hisbollah wezt dort bereits die Waffen, jederzeit bereit, auch gegen die Sunniten im eigenen Land in die Schlacht ziehen zu müssen.

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~ von oyukidaruma - 11/12/2013.

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