Die neuen Rechtsanwälte von Li Tianyi gehen gegen die Medien vor

Die neuen Anwälte von Li Tianyi kritisierten die Medien für die Bekanntmachung ihres Klienten scharf, da dieser minderjährig ist und sein Name dadurch geschützt werden müsse. Durch diese Aktion ist nun bekannt, dass Li Tianyi in Zusammenhang mit einer angeblichen Gruppenvergewaltigung in Beijing im Februar angeklagt ist. Lis Eltern sind landesweit bekannte Armeeangehörige.

„Es sollte die Aufgaben der Medien sein, Minderjährige zu schützen, auch wenn diese vor Gericht stehen. Die Medien sind ebenso verpflichtet, die Angehörigen des Klienten zu schützen und ihre Privatsphäre nicht zu missachten“, war in einem Blog der neuen Rechtsanwälte zu lesen. Das Statement beschuldigte auch die Volkspolizei Lis Privatsphäre verletzt zu haben, als sie seinen Namen an die Medien freigaben. Der Eintrag schliesst mit dem Vorwurf, die Medien hätten durch Bekanntmachen des Namens dafür gesorgt, dass das Ansehen der Familie im Lande schwer beschädigt wurde.

Das Büro des roten Bambus in Beijings Haidian District verteilte Ende Februar eine Nachricht an die Medien, in welcher stand, dass ein Jugendlicher mit dem Namen Li und weitere fünf Erwachsene in Arrest genommen wurden, nachdem ein weibliches Opfer der Volkspolizei meldete, sie wäre am 17. Februar von den Verdächtigen vergewaltigt worden. Lis neuer Rechtsanwalt Chen Shu von der Beijing Jinglian Law Firm erzählte dem Legal Mirror, dass sie vor Gericht auf unschuldig plädieren würden. Lis vorheriger Anwalt Xue Zhenyuan gab den Fall aufgrund von Bürgerdrohungen und Schimpftiraden auf.

Yan Xin, der andere neue Rechtsanwalt, erzählte dem Legal Mirror, dass im Gesetz zum Schutze mInderjähriger geschrieben steht, dass deren Namen während eines laufenden Prozesses nicht öffentlich genannt werden dürfen. Allerdings fände sich in dem Gesetz auch keine Ahndung. „Die Medien sollten dies berücksichtigen“, sagte Yan. Liu Dalai, ein Strafrechtler von Beijings größtem Anwaltsbüro, der Lianggao Law Firm, sieht das anderst und sagte CCTV hierzu:

„Auf der einen Seite haben die Anwälte Recht, und es betrifft die Privatrechte der Verdächtigen; Auf der anderen Seite geht es aber auch um die Bürger. Die Veröffentlichung war wichtig, den es geht um das Recht auf Transparenz und um Vorkehrungen gegen riskante Faktoren in unserer Gesellschaft. Für gewöhnlich aber sollten Informationen zur Familie der Verdächtigen nicht weitergegeben werden, da diese Tatsache meist irrelevant für den Fall ist. Hier ist der Öffentlichkeit allerdings die Vater-Sohn Beziehung bekannt.“ Die Gerichtsverhandlung soll öffentlich stattfinden und im August eröffnet werden.

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~ von oyukidaruma - 29/07/2013.

Eine Antwort to “Die neuen Rechtsanwälte von Li Tianyi gehen gegen die Medien vor”

  1. […] Wir berichteten hier erstmals über den Fall: https://oyukidaruma.wordpress.com/2013/07/29/die-neuen-rechtsanwalte-von-li-tianyi-gehen-gegen-die-me… […]

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