NVK beschliesst Sofortumsetzung höherer Lebensmittelstandards

Zumindest auf dem Papier wurden die Lebensmittelstandards in China durch den zur zeit tagenden nationalen Volkskongress nochmals drastisch verschärft. Nun heisst es auch für Ikea Kuchen, Kraft Käse, Shiseido Sonnencreme und Nestle Schokolade Verbote, Boykotte und Nachuntersuchungen über sich ergehen zu lassen. Alle genannten Produkten liegen mit dem neuen Gesetz unter Standard, laut einer Mitteilung der Chinesischen Generalverwaltung für Qualitätskontrolle, Inspektion und Quarantäne.

Das Möbelhaus Ikea, welches in Europa unter dem Pferdefleischskandal leidet, musste 1,8 Tonnen seines aus Schweden importierten Mandelschokoladenkuchens wieder zurücksenden, da ein Test einen überhöhten Level an coliformen Bakterien aufzeigte. Die Kuchen waren im Januar von Ikea Shanghai bestellt worden. Von Ikea Shanghai stand diese Woche niemand für eine Stellungnahme zur Verfügung.

Auch eine Lieferung Frischkäse, welche aus den USA von Kraft Foods importiert worden war, musste zurückgesandt werden, weil das Verfallsdatum inzwischen abgelaufen war. Allerdings erklärte Kraft Foods China den Medien, die Lieferung sei als „Probe“ importiert worden und nicht für den Verkauf bestimmt. Die geringe Menge – 41 Kilogramm – würde das beweisen.

In rund 2,7 Tonnen Nestle Crunch Schokoladenriegeln wurde Sorbitol, ein Süßstoff, welcher Darmprobleme verursachen kann, entdeckt. Die Produkte, welche aus Italien von der Cortti Food Co. bestellt worden waren, wurden zurückgesandt. Cortti sei kein autorisierter Nestle Händler. Die Riegel seien aber nicht von Nestle China importiert, noch von dem Unternehmen auf dem chinesischen Festland verkauft worden, erklärte Nestle Shanghai den Medien.

Sonnencreme von Shiseido, welches von der China Duty Free Group Co Ltd aus Japan bestellt und importiert worden war, wurde wegen eines beträchtlichen Gehaltes von Cadmium zurückgesandt. Cadmium kann schwer gesundheitsschädlich sein. Das Einatmen von Cadmium kann laut Ärzten das Atmungssystem, die Leber und die Nieren schädigen und Osteoporose verursachen.

Die neuen Gesetze betreffen neben den genannten Produkten weitere 247 importierten Lebensmittel- und Kosmetikprodukte, bei denen Qualitätsprobleme aufgedeckt wurden. Zu ihnen gehören Getränke, Süßwaren, Biskuits, Milchpulver, Fertiggerichte, Snacks, Päckchensaucen und Alkohol. In den meisten Fällen wiesen die Produkte übermäßig viele Bakterien, Schwermetalle, Lebensmittelzusätze oder verbotene Substanzen auf, hatten einen hohen Säuregehalt oder falsche Warenauszeichnungen.

Zhang Xiaojing, ein Shanghaier Blogger, erzählte den Medien: „Ich bin schon an Bakterien und übermäßige Zusatzstoffe in Produkten gewöhnt. Mittlerweile scheinen nur noch Vergiftungen etwas Besonderes zu sein.“

Cognacs von drei weltbekannten Herstellern – Camus, Frapin und Remy Martin – welche in China überpüft wurden, enthielten übermäßige toxische Weichmacher. Eine große Menge des Cognacs wurde nun an Häfen in Shenzhen in Südchina versiegelt. Details über die Anzahl der Fälle wurden nicht bekannt gegeben.

Die Menge an Weichmachern in einigen Proben erreichte bis zu 30 Milligramm pro Kilogramm. Dies ist weit über dem in China erlaubten Level, wo Maximalwerte für Diethylhexylphthalat (DEHP) von 1,5 Milligramm pro Kilogramm, 0,3 für Dibutylphthalat (DBP) und 9,0 für Diisononylphthalat (DINP) bestehen. Laut Ärzten können Weichmacher bei Männern zu Störungen der Sexualfunktion führen und sogar Leberkrebs verursachen, wenn sie in großen Mengen eingenommen werden.

In den Medien sagte Patrick Piana, Chef von Remy Martin, die Exportverfahren des Brandy-Herstellers verliefen nach wie vor nach Standard. Beschäftigte eines chinesischen Weinimporteurs liessen an die Medien durchsickern, dass die Unternehmen, welche Spirituosen importieren, nach Tests durch eine dritte Partei aufgefordert wurden, Berichte über den Gehalt an Weichmachern in Alkohol einzureichen. Die zuständigen Behörden haben mitgeteilt, dass schlechte Plastikschläuche der Grund für die Verschmutzungen sein könnten.

Die Behörden in Shenzhen gaben daraufhin keine weitere Stellungnahme ab und verwiesen an die Chinesische Generalverwaltung für Qualitätskontrolle, Inspektion und Quarantäne, aber dort gab bis jetzt auch niemand eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Der Bericht wird Exporteuren in Frankreich Kopfzerbrechen bereiten, schließlich ist China der größte Markt für Spirituosen aus Frankreich.

Über 40 Millionen Cognac-Flaschen werden pro Jahr nach China importiert. Remy Martin ist eine der bekanntesten Cognac-Marken, manche Flaschen erreichen einen Preis von weit über 20.000 Yuan (3.225 US-Dollar). Im November waren bereits in Spirituosen der Firma Jiugui Weichmacher entdeckt worden.

Im Dezember traf es dann die teure Spirituosenmarke Moutai. In Berichten hieß es, Proben von Moutai hätten ergeben, dass ein Weichmacher mit doppelt so hohem Level wie erlaubt enthalten sei. Nachfolgende Tests waren allerdings negativ. Der Vorstandsvorsitzende des Spirituosenherstellers Kweichow Moutai Co, Yuan Renguo, erzählte der Presse daraufhin, das Thema von den Weichmachern in Spirituosen sei von der Politik und den Medien überzogen dargestellt.

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~ von oyukidaruma - 10/03/2013.

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