Aktivist und Bloggerkollege Aaron Swartz nahm sich das Leben

Aaron Swartz war vieles und er hatte dutzende Talente. Für uns bei Yukidaruma Daily war er vor allem wegen eines Projektes beliebt: Er war Gründer und Betreiber von Demand Progress, einer Vereinigung von amerikanischen Rechtsanwälten und Bürgerrechtlern, die mit Internetkampagnen auf Änderungen der Freiheit, der Bürgerrechte und Verwaltungsreformen in den USA reagierte und welche in den vergangenen Monaten durch ihre kritische Auseinandersetzung mit den SOPA/PIPA-Zensurgesetzen weltweit Lob erfahren hatte. Darüberhinaus half Swartz bei der Entwicklung von Change Congress – eine Organisation gegen Korruption, Lobbyismus und Bestechung. Change Congress setzt sich darüberhinaus für ein richtiges Wahlrecht in Amerika ein.

Im Jahre 2007 begann das FBI Swartz zu überwachen, wie dieser durch den Freedom of Information Act später herausfand. Grund dafür war das Kopieren von achtzehn Millionen Gerichtsseiten des Obersten Verfassungsgerichtes und der Bundesgerichte der USA im Wert von 1,5 Millionen Dollar. Die Anklage plädierte für 35 Jahre Gefängnis und eine Million Dollar Bußgeld. Der Gerichtsprozess, welcher im nächsten Monat beginnen sollte, erscheint durch gewisse Interessensvertreter forciert zu werden, denn Swartz hatte als Stipendiat des Safra Center for Ethics der Harvard University legalen Gastzugang zu den Artikeln.

Zum anderen teilten die betroffenen Unternehmen mit, sich mit Swartz intern geeinigt zu haben, so dass alleine die US-Staatsanwaltschaft im Namen der US-Regierung Anklage erhob. David Segar, Geschäftsführer von Demand Progress erklärte: “…Es ist noch seltsamer, weil das mutmassliche Opfer keine Ansprüche gegen Aaron erhoben und erklärt hat, keine Verluste oder Schäden zu haben und die Regierung gebeten hat, keine Verfolgung einzuleiten.”

Amerika scheut keine Möglichkeit, Staaten wie China oder Russland an ihre Verstösse im Internet zu erinnern, versucht aber im eigenen Land, wie auch in dem Fall Bradley Manning, ein Exampel der Macht zu demonstrieren und intellektuelle, selbstbewusste und erfolgreiche Blogger auszuschalten, die sich nicht ihren Strukturen beugen. Vor allem dann, wenn sie sich für das öffentliche Interesse und das Recht auf Transparenz behördlicher Vorgänge einsetzen. Was bleibt ist der Name Aaron Swartz. Ein Name gleichbedeutend mit dem Kampf für ein Netz, in dem Informationen offen ausgetauscht werden können. Die amerikanische Regierung wird leider weiter vor dem Hintergrund der „Bedrohung“ durch Seiten wie Wikileaks Hacker wie Aaron Swartz als „Informationsterroristen“ betrachten und sie juritisch verfolgen und ausschalten.

Der Tod des Bürgerrechtsaktivisten hat für Amerika untypisch eine ganze Welle an Initiativen ausgelöst. So gibt es eine offizielle Petition, die die verantwortliche Richterin Carmen Ortiz unangemessener Härte beschuldigt. Unter #pdftribute teilen Blogger rund um die Welt ihre Meinungen und der Hacker Jacob Applebaum fordert die Gründung einer Unterstützungsgruppe für Opfer von Justizwillkür und Überwachungsstaat. Und das in Amerika!

R.I.P. Aaaron….

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~ von oyukidaruma - 14/01/2013.

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