Mini Mittagessen in der Schule kostet drei Lehrer ihren Job

Die mickrige Mahlzeit aus einer Tüte Vollmilch und einem weissen Brötchen kostete ein Yuan weniger als die staatliche Zulage. Die Unterschule Suode (Provinz Hunan) bei Fenghuang ist eigentlich Teilnehmer eines Wohltätigkeitsprojektes. Dieses soll die Ernährung an Unter- und Mittelschulen in den abgelegenen Westgebieten verbessern. Das Projekt wurde von Deng Fei, Reporter von Phoenix Weekly im September 2011 gestartet und von der Stiftung für Öffentliche Wohlfahrt China überwacht.

Der Staatsrat führte bereits im Oktober 2011 ein Ernährungsprogramm im Westen ein. Insgesamt 16 Milliarden Yuan (zwei Milliarden Euro) pro Jahr stellt der Staat für die Ernährung von 26 Millionen Schülern in 680 verarmten Landkreisen und Städten bereit. Jedem Schüler steht damit an jedem Schultag ein kostenloses Mittagessen zu. Doch die mehr als 100 Kinder der Unterschule Suode erhielten nur ein Mittagessen auf Sparflamme, wie eine Lehrerin auf ihrem Weibo Account schilderte.

„Ist dieser Mist wirklich drei Yuan wert? Wir haben alle unsere Zweifel“, war dort zu lesen. Die Userin schrieb auch, dass die Schüler einmal auch an zwei Tagen hungern mussten, als es abgelofenen Milch gab. Diese Nachricht löste einen öffentlichen Aufschrei aus. Zahlreiche Internetnutzer vermuteten, dass lokale Beamte sich mit der Lieferfirma absprachen und Gelder aus dem Unterstützungsprogramm unterschlugen. „Es ist nicht so schlimm, wenn unsere Kinder nur eine Mahlzeit im Wert von zwei Yuan erhalten. Schließlich wollen die Leute ja etwas daran verdienen“, schrieb jemand ironisch und deutete darauf hin, dass die tatsächliche Situation schlimmer sein könnte als beschrieben.

Ein anderer behauptete, er habe den Bau einer Schulkantine vorgeschlagen, doch lokale Beamten hätten abgelehnt. „Es ist seltsam“, schrieb er, „Wir hatten vor alle Kosten mit öffentlichen Spenden zu decken, aber der Bau wurde einfach abgelehnt.“ Wu Yuangui, der vor kurzem ernannte Leiter des Schulamtes Fenghuang sagte, der Schulleiter, zwei Vize Leiter und zwei Bildungsverantwortliche hätten gestanden „Schlupflöcher zur Bereicherung“ genutzt zu haben. Als Folge davon seien sie entlassen worden. Allerdings wies er Korruptionsvorwürfe zurück.

Ein Mitarbeiter erzählte total verblüfft, die Schule habe in den Tagen nach der Berichterstattung Spenden aus der Öffentlichkeit von bis zu 20.000 Yuan (2.500 Euro) erhalten. Nun soll ein Koch eingestellt werden, welcher für die Kinder frische Zutaten zubereiten soll. Schätzungen zufolge stellen mehr als die Hälfte der Schulen, die sich für das Programm des kostenlosen Essens qualifizieren, Köche ein, während 35% das Essen von Zulieferern beziehen und 12% die Förderungen an die Eltern weitergeben.

Im Juni hatte der NVK weitere Vorschriften ratifiziert, um ein gesundes sowie nahrhaftes Mittagessen zu gewährleisten, nachdem die Öffentlichkeit nach mehreren Fällen von Lebensmittelvergiftungen um dessen Unbedenklichkeit besorgt war, wie die Xinhua berichtete. In der Provinz Jiangsu zeigten rund 40 Mittelschulenschüler im April nach dem Verzehr ihres Mittagessens Symptome von Lebensmittelvergiftungen. Die Provinz Yunnan meldete seit März vier Fälle von Lebensmittelvergiftungen in Schulen.

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~ von oyukidaruma - 07/12/2012.

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