Demonstrationen und Proteste? Ja! Randale und Zerstörung? Nein!

Nach einem heftigen Streit zwischen zwei Volkspolizisten und einem älteren Autofahrer, welcher auf einem Fahrradstreifen parken wollte, verstarb dieser während des Streites, so die offizielle Aussage, an einem Herzkollaps. Dies geschah mitten in der Innenstadt der Metropole Luzhou (Sichuan Provinz). Als Passanten sahen, wie die Polizisten den Mann aus dem Fahrzeug holen wollten, begann der Tumult. Innerhalb von Minuten versammelten sich tausende verärgerte Bürger die wild schimpfend auf die anrückenden Polizeifahrzeuge einschlugen. Insgesamt wurden sieben Polizeifahrzeuge zetrümmert und in Brand gesteckt.

Zwanzig Randalierer wurden daraufhin abgeführt. Die rasante Geschwindigkeit der Randale und die rohe Gewalt erstaunten viele Chinesen. Der Vorfall zeigte wieder einmal wie sehr Regierungsbeamte und Polizisten mittlerweile unter Beobachtung der Öffentlichkeit stehen und wie schnell sich der Zorn der chinesischen Gesellschaft entladen kann. Das Zerstören von Polizeifahrzeugen ist sicher nicht die richtige Art und Weise seine Wut zu zeigen. Selbst wenn die Polizei etwas mit dem Tod des Fahrers zu tun gehabt hätte, es rechtfertigt keine derartige Randale. Die chinesische Gesellschaft sollte diese Art der Gewalt endlich verurteilen.

Leider gehört das Zerstören von Fahrzeugen und Geschäften mittlerweile zum guten Ton. Zuletzt gesehen bei den vielen Protesten gegen Japan aufgrund der Diaoyu Inseln. Viele Chinesen verurteilten schon damals im Netz die Zerstörungen. Beamte des Staates sollten geltende Gesetze nicht missachten, aber trotzdem nicht davor zurückschrecken, dass Gesetz durchzusetzen. Eine Beobachtung der Regierungsebenen durch die Öffentlichkeit beweist Chinas fortschreitenden Demokratieprozess. Dieser Prozess ist richtig. Sollten die beiden Polizisten oder irgendein Beamter etwas illegalen unternommen haben, sollte die Öffentlichkeit sie mit wachsamen Augen beobachten und einschreiten, falls es nötig erscheint. Aber alles sollte im rechtlichen Rahmen ablaufen. Die öffentliche Meinung sollte Gewaltakte der „chinesischen Wutbürger“ entschlossen verurteilen.

Unbestreitbar gibt es eine große Anzahl von Problemen in der modernen chinesischen Gesellschaft. Aber jede Ebene der Gesellschaft ist bestrebt, sie zu lösen. Allerdings hat die Anwendung von Gewalt die Situationen immer verschlimmert. Die Autorität des Gesetzes sollte daher geschützt werden. Die öffentliche Meinung sollte nicht ihre eigene Justiz, eine sogenannte Selbstjustiz anweden, welche das geltende Gesetz bricht. Viele der Demonstrationen in China haben Wirkung gezeigt, vielen Menschen denen Unrecht getan wurde, wurde geholfen und viele Fabriken wurden beispielsweise durch Proteste geschlossen. Viele der grössten Korruptionsskandale des Landes wurden auf diese Weise aufgedeckt und bekannt gemacht. Gewalt auf der Straße kann auf der ganzen Welt gefunden werden und die Öffentlichkeit der Welt verurteilt diese Aktionen. Die Chinesische Öffentlichkeit sollte hier keine Ausnahme bilden.

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~ von oyukidaruma - 23/10/2012.

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