„Erdbeerkrise“ – China findet keine Noroviren in seinen Erdbeeren

Das fehlen einer weiteren Berichterstattung über die in China genannte „Erdbeerkrise“ liess es schon vermuten: Irgendetwas musste passiert sein, was der westlichen Presse so nicht gefiel. Die Meldung wurde diese Woche durch das chinesische Ministerium für Gesundheit bestätigt: Bei den gefrorenen Erdbeeren, die unter Verdacht standen, in Deutschland eine Lebensmittelvergiftung mit Noroviren ausgelöst zu haben, konnten laut Chinas Qualitätskontrollamt für Lebensmittel keinerlei Anzeichen für irgendeinen Virus festgestellt werden.

Der Norovirus, mit dem sich mehr als 10.000 Schüler in Ostdeutschland infiziert hatten, wurde auf keiner der Proben jener chinesischen Firma entdeckt, die die Erdbeeren nach Deutschland von der Hafenmetropole Qingdao aus, verschifft hatte. Die Meldung wurde auf dem Blog der Generalverwaltung für Qualitätskontrolle, Inspektion und Quarantäne veröffentlicht und vom Ministerium für Gesundheit bestätigt. Als Beweis wurde aufgeführt, dass das gesamte Inventar der Firma für die Untersuchungen versiegelt wurde. Labortests hätten dann ergeben, dass die Erdbeeren vor dem Export keinerlei Anzeichen für eine Verunreinigung gezeigt hätten.

Die Firma, welche in der ostchinesischen Küstenprovinz Shandong beheimatet ist, hat in diesem Jahr tiefgefrorene Erdbeeren in acht Länder exportiert, es hätte jedoch in keinem Fall irgendwelche Probleme gegeben. Auf Nachfrage der chinesischen Zeitung Xinhua wurden jedoch keine weiteren Angaben darüber gemacht, um welche Exportländer es sich handelte. Die Lebensmittelbehörde gab allerdings an, dass die deutsche Seite weitere Untersuchungen angefordert hätte, um die Quelle der Verunreinigung zu finden. Gefrorene Erdbeeren durchlaufen eine lange Lieferungskette, die von der Produktion über den Transport bis zum Catering läuft. Mehrere Stellen bestätigten, China sei an einer Kooperation mit Deutschland und der Europäischen Union interessiert, um den Fall aufzuklären.

Zuvor hatte sich die chinesische Botschaft in Deutschland darüber beschwert, dass deutsche Medien China voreilig und unbegründet für den größten Lebensmittelvergiftungsskandal öffentlich verantwortlich gemacht hätten, wie China National Radio berichtete. Die Schüler litten nach dem Essen in der Schulkantine Ende September an schweren Durchfällen. Es stellte sich heraus, dass sie sich mit dem Norovirus infiziert hatten, der häufigsten Ursache für Magen-Darm-Entzündungen. Das Robert Koch Institut in Deutschland, welches für Krankheitskontrolle und -vorbeugung verantwortlich ist, meldete zunächst, der Virus wäre auf Proben von tiefgefrorenen Erdbeeren aus chinesischer Produktion gefunden worden.

Es hieß, diese Erdbeeren wären Ende Juni in der Nähe der Hafenmetropole Qingdao geerntet, tiefgefroren und verpackt worden, und schließlich Ende Juli nach Hamburg exportiert worden. Die chinesischen Behörden entgegneten, die deutschen Medien hätten die Berichterstattung wie immer ohne Beweise angeheizt, vor allem stünde es keinesfalls fest, an welchem Punkt der Produktionskette das Produkt gegebenenfalls verunreinigt worden sei. Noroviren werden üblicherweise durch Hitze oder Desinfektionsmittel abgetötet, hingegen würden nicht ausreichende Erhitzung, unhygienische Zustände, schlechte Lagerbedingungen oder Verunreinigung während des Transportes und der Distribution eine Ausbreitung des Virus und somit eine Lebensmittelvergiftung begünstigen.

Für China ist der Schuldige allerdings gefunden: Der französische Caterer Sodexo, welcher die Mahlzeiten mit den Erdbeeren aus China zubereitet hatte, hat sein Bedauern und damit seine Schuld schon ausgedrückt und jedem Schüler einen Gutschein versprochen. Der chinesische Lieferanten hat den Vertrag mittlerweile gekündigt. Die deutschen Behörden haben währenddessen alle gefrorenen Erdbeeren aus China konfisziert und die Situation in einem Bericht an die Europäische Union dargestellt. Die EU verlangt nun von China, die Inspektionsbestimmungen für Exportnahrungsmittel zu verschärfen und die Firmen strenger zu kontrollieren.

Quelle: Radio China Interantional

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~ von oyukidaruma - 18/10/2012.

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