Eltern demonstrieren vor Beijinger Schule gegen einen autistischen Jungen

Der Fall wird zur Zeit heftig in den Onlineforen und Blogs des Landes diskutiert. Mehr als 20 Eltern protestierten letzte Woche vor der Shiji Unterschule im Chaoyang District gegen einen 10-jährigen autistischen Jungen. Dieser würde die „Klassen und den Unterrichtsablauf stören und sei eine Gefahr für sich selbst und andere Schüler“. Die Eltern demonstrierten mit Bannern und Hinweise auf ihre Autos, auf welchen zu lesen war: „Schafft eine Regelung“ und „Gebt uns persönliche Sicherheit für unsere Kinder“. Sie forderten den Jungen mit dem Namen Song auf, seine Klasse und die Schule zu verlassen. Die Eltern haben ihre rund 30 Kinder seit Mittwoch nicht mehr zur Schule gehen lassen.

Die Mutter des Jungen, Liu Dong, erzählte der Global Times in einem Interview, dass ihr Sohn nicht „schwer autistisch erkrankt sei“ und sie hoffe, er könne in der Schule bleiben. Seit dem Beginn des neuen Schuljahres habe Song aber laut schreiend den Unterricht gestört und zweimal mit Stühlen um sich geworfen, hielt ein Vater eines anderen Schülers dagegen, der seinen Namen nicht nennen wollte. Über 40 Eltern nahmen am Mittwoch an einer Sitzung der Schule teil um über das Problem zu diskutieren. Die Mutter eines 9-jährigen Jungen, welche ebenfalls anonym bleiben wollte, sagte, sie habe Sympathie für Song und seine Eltern, und wolle ihm nicht sein Recht auf Bildung vorenthalten. „Was wir uns erhoffen ist eine andere Lösung, nämlich das der Junge die Klasse verlässt und die Schule eine spezielle Klasse für ihn und andere schaffen könnte“.

Nach Angaben der Mutter erklärte die Schulleitung in der Sitzung, dass sie in dem Jungen ein Sicherheitsrisiko sehe und daher bereit wäre, sich Anregungen von den Eltern anzuhören, jedoch müssten alle Maßnahmen in Einverständnis mit Songs Eltern getroffen werden. „Songs Vater weigerte sich jedoch seinen Sohn von der Schule zu holen, deswegen wurde keine Einigung erzielt“, und fügte hinzu, dass der Protest das Ziel hatte die Schule unter Druck zu setzen, um eine schnelle Reaktion zu erzwingen. Einer der Protestler behauptete, dass die Schule Eisenstangen an den Fenstern befestigte, weil Song versucht hatte, aus dem Gebäude zu springen. „Meine Tochter kommt zu mir nach der Schule und sagt:“ Oh, heute wars ungewöhnlich, Song hat die Klasse nicht gestört“. Jedesmal, wenn er wütend werden würde, bräuchten die Lehrer 10 Minuten um ihn zu trösten „, erzählte er.

Mutter Liu hält solche Aussagen für übertrieben. „Wenn er launisch wird, hat das einen Grund“, sagte sie. Die Ärzte der Universität Beijing vom Sixth Hospital im Haidian Bezirk haben Song leichte autistische Tendenzen diagnostiziert. Ein Arzt sagte der Global Times, dass es besser wäre, ihn in einem kollektiven Umfeld unterzubringen, von Leuten umgeben die ihm helfen. Danach könnte er immer noch studieren. Die Mutter lehnte diesen Vorschlag jedoch ab, sie würde ihr Kind lieber unter gesunden Menschen entwickeln sehen. Mutter Liu sagte, dass sie hofft, dass die anderen Eltern verstehen, was sich bei ihrem Sohn in den letzten drei Jahren verbessert hat. „Er hat auch Freunde unter seinen Mitschülern. Er hat begonnen, mich über das, was in der Schule passiert, zu informieren, dass hat er zuvor nicht getan“ .

Rika Ishihara, ein Mitglied der Vereinigung für Rehabilitation von autistischen Kindern in Beijing, gab der Mutter Recht und empfahl, solange der Zustand nicht ernst sei, es besser für Kinder sei am regulären Unterricht teilzunehmen. „Extreme Maßnahmen, wie von einem Gebäude zu springen, sollen nur Aufmerksamkeit erzeugen. Autistische Kinder haben oft Probleme das auszudrücken, was sie sagen wollen“, erklärte sie. In anderen Ländern sind autistische Kinder oft in Regelschulen untergebracht. Sie besuchen meist regulären Unterricht und nur einige bekommen speziellen Unterricht für autistische Kinder, bemerkte Rika. Am 14. September starb ein autistischer Jugendlicher in Shenzhen, nachdem er vom Balkon eines Hauses sprang. Er wurde zuvor der Schule verwiesen, weil er einen Mitschüler gebiessen hat.

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~ von oyukidaruma - 05/10/2012.

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