Chinas Hass auf Foxconn steigt

Die chinesische Netzcommunity ist sich in ihrem Hass auf das taiwanesische Unternehmen Foxconn einig. Grund war eine Auseinandersetzung zwischen Sicherheitskräften und Angestellten, bei denen 38 Menschen in ein Krankenhaus gebracht werden mussten. Der am Sonntagabend anschwellende Streit ist laut Augenzeugen nicht durch eine Auseinandersetzung zwischen Angestellten, sondern durch einen Konflikt mit Wärtern und Sicherheitspersonal entstanden. Der Zwist sei so schnell so heftig eskaliert, dass letztenendes 2000 Arbeiter darin verwickelt waren. Die bewaffnete Volkspolizei des roten Bambus musste die Lage unter Kontrolle bringen, dabei wurden mehrere Menschen verhaftet.

Xinhua schrieb in ihrer Wochenausgabe, dass der Tumult annähernd zehn Stunden andauerte, bis Einsatzkräfte des roten Bambus die Lage unter Kontrolle bringen konnten. Foxconn kündigte an, man wolle die Einzelheiten zusammen mit den Behörden untersuchen. Die Produktion musste wegen Aufräumarbeiten für einen Tag unterbrochen werden. In dem Werk Taiyuan arbeiten 79.000 Menschen. Chinas Blogger glauben dem Konzern aber kein Wort mehr. Zuletzt tauchten auf Youku, Chinas Youtube, mehr und mehr Videos auf, welche während der Auseinandersetzung gedreht wurden und zeigen, dass sich die Wut gegen Foxconn richtete.

Zahlreiche Fotos wurden auf Sina Weibo gepostet, die eindeutig zeigen, dass Foxconn Einrichtungen Ziel der Ausschreitungen waren. Bilder zeigten ein umgestürztes Wachhaus und ein Transportbus mit eingeschlagenen Scheiben. Andere Fotos zeigten umgeschmiessene Autos. Volkspolizeieinheiten sperrten das Werk weiträumig ab. Ein Video zeigte ein brenndes Fahrzeug mit protestierenden Arbeitern. Chinas Foren quellen über von Kommentaren, in welchen zu lesen ist, dass ein Foxconn Wachmann den Tumult ausgelöst habe, als er einen Studenten geschlagen haben soll. Laut Augenzeugen stimmt diese Version. Ein anonymer Angestellter erzählte der Global Times, die Beschäftigten seien seit langem wütend über die Behandlung durch Manager und Wachpersonal. „Wir allen haben diese unendliche Wut auf sie und wollen Sachen zerstören, um unserem Ärger Luft zu machen.“ Hua Kalen von der Arbeitsschutzorganisation China Labor Research hält diese Erklärung für plausibel. Gewalt gegen Arbeiter gehöre, seiner Recherche nach, gerade zur Unternehmenskultur.

Foxconn betreibt weltweit Fabriken. Die Firma ist als Zulieferer für Eletronik bekannt, einer seiner größten Abnehmer ist Apple. In China unterhält Foxconn aus Taiwan 13 Werke in 9 Metropolen. Der China Sitz befindet sich in Longhua, Shenzhen, wo annähernd 450,000 Angestellte in einem “ Science & Technology Park“, in China auch bekannt als iPod City auf 1.16 Quadratkilometer arbeiten. Auf dem Campus gibt es einen riesigen Swimmingpool, eine eigene Feuerwehr, einen eigenen Sender (Foxconn TV) und ein Art Zentrum mit Lebensmittelgeschäften, Bankfilialen, Restaurants, Büchereien und einer Klinik. Dem Gegenüber stehen aber immer wieder die von den Abnehmern (Apple, Sony, Nintendo, etc) geduldeten Arbeitsbedingungen: Oftmals 12 Stunden an einem Tag,  6 Tage in der Woche.

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~ von oyukidaruma - 26/09/2012.

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