Chinas Web Community sucht die Prügelpolizisten von Shifang

Das Internet bleibt weiterhin das Medium in China zum Austausch von Meinungen. Als in Shifang (Provinz Sichuan) junge Leute zum Protest gegen eine Raffinerie aufriefen, welcher Tausende von Teilnehmern folgten, wurden bewaffnete Volkspolizisten herbei gerufen um die soziale Stabilität zu gewähren. Der Stadtkongress nahm später die Pläne zum Bau der Raffinerie zurück (wir berichteten).

Bei den Protesten in Shifang wurden nun aber einzelne Mitglieder der Volkspolizei fotografiert, ihre Identität anhand Ihrer Personalnummer (welche an jeder Uniform erkennbar angebracht ist) bekannt gegeben und im Internet veröffentlicht. Xinhua berichtete von ersten Ladenbesitzern in Shifang welche sich weigerten, Waren an Polizisten zu verkaufen. Einige Mitglieder des roten Bambus meldeten sich ebenfalls im Internet zu Wort. Unter den Mitgliedern der einzelnen Bezirken kam es zu einem regelrechten Streit darüber, wer von den Polizisten aggressiv auftrat, und wer von Tränengas und Knüppel Gebrauch machte.

Obwohl es mittlerweile in China pro Jahr zu annähernd 150.000 teils gewalttätigen Protesten kommt, interessierten sich viele speziell für das Shifang Ereignis. Isaac Mao, ein bekannter Blogger, schrieb über einen „chinesischen Austauschstudenten, der sich nie für Politik interessiert hatte und nun plötzlich die ganze Nacht nach ‚Shifang‘ im Internet suchte.“ Er fügte hinzu: „Man weiß ja nie, wer für oder gegen Demokratie in der Regierung ist.“ Am Abend des 7. Juli gab es auf Sina Weibo 6.349.791 Einträge, die sich auf die Ereignisse in Shifang bezogen.

Zwei der besonders auffälligen Polizisten wurden fotografiert und müssen nun viel Hämme einstecken Man rief sie auch an, um sie zu schikanieren. User gaben Ihnen den Namen „zwei Bären“. Einer von ihnen wurde dabei fotografiert wie er mit einem Knüppel hinter einem Mädchen her rannte. Dieses Foto wurde bearbeitet und per Photoshop der Lächerlichkeit Preis gegeben. So ließen Aktivisten den rennenden „Bären“ hinter einer Vielzahl von berühmten Leuten auf bekannten Stationen rund um die Welt mit seinem Knüppel hinterherlaufen.

Die Polizisten die an jenem Tage im Einsatz waren leisteten sich eine besonders heftige Debatte darüber welche Brigade – Shifang, Mianyang oder Chengdu – für die Tränengas Einsätze verantwortlich waren. Sie versuchten, die jeweilig andere Gruppe für die Gewalttätigkeiten verantwortlich zu machen. Ein Anonymer Nutzer schrieb: „Die bewaffnete Volkspolizei von Chengdu soll das Feuer auf Leute eröffnet haben? Wir könnten Leute noch nicht einmal ausschimpfen. Wir haben nur Befehle ausgeführt“. Er beschuldigte die Einheiten von Mianyang, Tränengas abgefeuert und Schlagstöcke eingesetzt zu haben. „Wir, die Chengdu Brigarde, haben nichts getan, wir haben nicht eine Granate angefeuert.“

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~ von oyukidaruma - 12/07/2012.

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