Bürgerprotest verhindert Fabrik-Neubau in Shifang

Wieder ein erfolgreicher Protest aus Chinas Süden. Aus der Stadt Shifang wurde gemeldet, dass ein großes Industrieprojekt nicht realisiert werden würde, dies bestätigte nun auch  Parteisekretär Li Chengjing. Das Vorhaben des Konzerns Sichuan Hongda hatte ein Volumen von 1,6 Milliarden Dollar. Es hätte Arbeitsstellen geschaffen und der Stadt Geld eingebracht, erklärte Li. Seiner Regierung sei es aber nicht gelungen, den Bürgern die Vorteile des Projekts näher zu bringen. Aufgrund der teils gewalttätigen Proteste hatte die Stadtregierung eine Verschiebung des Baus erwogen, nicht aber den Verzicht darauf.

Gegen den Fabrik-Neubau hatten am Montag und am Dienstag Tausende von Demonstranten protestiert, weil sie durch die Verarbeitung von Schwermetallen Umweltschäden befürchteten. Am Montag versammelte sich eine grosse Menge vor der dem Sitz der Stadtverwaltung. Als keine Beamten erschienen um mit den Demonstranten zu reden, eskalierte die Situation: Das Gebäude wurde gestürmt, Steine gegen Verwaltungsangestellte und gegen Polizisten geworfenn und mehrere anrückende Polizeieinsatzfahrzeuge wurden umgestossen und zerstört. Die örtliche bewaffnete Volkspolizei ging daraufhin mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. 27 Randalierer wurden verhaftet.

Am Dienstag setzte sich der Trupp erneut in Bewegung und blockierte den Eingang zur Stadtverwaltung. Sie verlangten die Freilassung der Festgenommenen. Parteisekretär Li kam dieser Forderung mit der Freilassung von 21 Randalierern entgegen. Diese 21 „Elemente“ seien kritisiert und erzogen worden, teilten die Behörden mit; sie hätten Reue gezeigt. Am Mittwochnachmittag befand sich noch eine Gruppe von etwa hundert Protestierenden auf dem Platz. Es handelte sich um Angehörige der Verhafteten, die noch nicht auf freiem Fuss waren.

Im Stadtzentrum von Shifang zeigten Anhänger der Umweltbewegung auf grossen Bildschirmen immer wieder das Interview mit dem Parteisekretär, der die Einstellung des Industrieprojekts am Mittwoch Morgen bekannt gab. Derweil forderten die Behörden über Lautsprecher die Bevölkerung auf, sich nicht von Gerüchten und Leuten mit unlauteren Absichten irreleiten zu lassen. Grund war die Im Internet kursierte Meldung, die Volkspolizei hätte zwei friedliche Demonstranten erschossen. Dafür gab es aber keine Beweise. Westliche Medien berichteten das Thema sei von der Zensur nicht verhindert worden.

Quelle: Global Times

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~ von oyukidaruma - 05/07/2012.

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