Qiangba in Brüssel: Tibet ist nicht im entferntesten so, wie Sie es sich vorstellen

Qiangba Puncog begann seine Rede mit den Selbstverbrennungen von tibetischen Mönchen. Er sei der Meinung, dass diese durch die Exilregierung gefördert werden um das Thema Tibet zurück in den internationalen Fokus zu rücken. Qiangba als Vorsitzender des tibetischen Volkskongresses nahm mit mehreren Amtskollegen an einem Symposium in Brüssel am „Institute of Contemporary China Studies (BICCS)“ teil. Er sagte von März 2011 bis jetzt seien mehr als 20 Mönche an ihren Verbrennungen gestorben. Das tibetische Volk verurteile die sinnlose Tötung und jeder mit klarem Verstand müsse diese Aktionen auch verurteilen. Weiter gab er an, dass es mehr als 3.500 Klöster mit mehr als 140.000 Mönchen und Nonnen in Tibet gibt, sich aber laut seiner Kenntnis keine Selbstverbrennung in Tibet selbst erreignete. (Qiangba meinte damit wohl, dass die Selbstverbrennungen nur in den von Tibetern bewohnten chinesischen Provinzen ausserhalb statt fanden /Anmerkung).

„Jeder mit Verstand weiß, dass diese Aktionen (die Selbstverbrennungen) sicher nichts mit einem Mangel an Religionsfreiheit in Tibet zu tun haben“, sagte er. Qiangba erklärte, die Selbstverbrennungen entsprechen absolut nicht der tibetischen Tradition oder den buddhistischen Lehren. „Der Dalai und seine Clique alleine sind verantwortlich für die Verluste von Menschenleben. Und sie riskieren diese ohne Skrupel.“ Der Vorsitzende unterstrich, dass alleine die Entwicklung das dringendste Problem in Tibet sei. „Die Zukunft von Tibet liegt aber alleine in den Händen von uns Tibetern, nicht in denen des Auslandes oder denen der Chinesen“, sagte er.

Mehr als 20 Delegierte des tibetischen Kongresses, Offizielle und Experten nahmen am Symposium teil. William Frei, ein schweizer Minister, sagte der Presse, die Zusammenkunft sei sehr  „reichhaltig“ gewesen und die Tibeter hätten alle Art von Fragen „ehrlich und offen“ beantwortet. Die Zusammenkunft wurde von einem Treffen zwischen dem englischen Premier und dem Dalai Lama überschattet.

Qiangba stellte in diesem Zusammenhang klar, dass China, aufgrund der Tatsache dass der Dalai Lama seit Jahrzehnten Tibet von China zu trennen versucht, niemals sein Einverständnis geben könnte, wenn Staats-und Regierungschefs das Oberhaupt der Exilregierung treffen würden. „Der Grund ist: Sie kennen den Dalai nicht und Sie kennen Tibet nicht. Tibet ist nicht im entferntesten so, wie Sie es sich vorstellen“. Jedes Treffen, ob privat oder offiziell, wird daher von der chinesischen Regierung als eine Art Bestätigung für eine Anti-China-Politik angesehen und als eine eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten verurteilt.

Allzu oft sind die Politiker des Westens jedoch nur die Opfer der falschen Annahme, dass ein Treffen mit dem Dalai deren moralische Klarheit im Umgang mit China beweisen würde und helfen könnte auf politischen Stimmfang im eigenen Land zu gehen. Diese Berechnungen seien allerdings grundlegend falsch, da, wenn man sich die tibetische Geschichte ansieht weiss, dass der Dalai Lama nie das sein kann, was er vorgibt zu sein. Unverständnis herrsche in China über die Tatsache, dass der Westen an einer soliden Beziehungen zu China interessiert ist, sich dann aber auf  unnötige Provokationen wie ein Treffen mit dem Dalai Lama einlässt.

Es ist daher unter historischen Tatsachen unmöglich für China diese Treffen nicht zu kritisieren, obwohl die britische Regierung anschliessend behauptete, dass es sich nur um ein „privates“ Treffen handelte und es Cameron frei stehen würde, mit wem er sich trifft und wann. Darum geht es auch nicht. „Es geht um die Betrachtung der Fakten und dem Eingeständnis, dass der Dalai ein schamloser Lügner ist.“ China habe stets eine aufrichtige Haltung in der Zusammenarbeit mit Großbritannien sowie anderen westlichen Nationen eingenommen, vor allem in den schwierigen Zeiten von Schuldenkrise und globalem Konjunkturabschwung.

Qiangba forderte daher den Westen auf, auch den Zorn des chinesischen Volkes, welcher auf solche Treffen folgt, ernst zu nehmen. „Während Regent Hu und Premier Wen bei vielen Gelegenheiten ihr Vertrauen in die europäische Wirtschaft zum Ausdruck brachten und immer wieder versprachen zu helfen, muss das Ausland wissen, dass Chinas Proteste schnell nach hinten losgehen könnten. Wenn die Regierung dann einlenken muss, würde dies die Entwicklung der bilateralen Beziehungen und der Zusammenarbeit nachdrücklich schädigen“.

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~ von oyukidaruma - 23/05/2012.

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