Japanischer Gouverneur leugnet Nanjing Massaker

Kawamura Takashi, Gouverneur von Nagoya, brachte den chinesischen Volkszorn jüngst zum kochen als er auf einem Forum mit Chinesen aus Nanjing mutmaßte, dass das Nanjing Massaker „wahrscheinlich nie stattgefunden habe“. Luo Zhaohui, Chef des Departments für asiatische Angelegenheiten, erzählte seinem japanischen Kollegen Sugiyama Shinsuke später, dass die Äußerung des Politikers historische Fakten verzerre und die Gefühle des chinesischen Volkes zutiefst verletze.

Das Massaker von Nanjing war eine Gräultat, die durch die japanisch Kaiserliche Armee im Zuge des Angriffskrieges gegen China verübt worden war, sagte Luo und fügte hinzu, dass die internationale Gemeinschaft in dieser Angelegenheit längst einen Konsens erreicht habe. Sugiyama erwiederte, die Aussage von Kawamura sei seine persönliche Meinung und vertrete sicher nicht die Position der japanischen Regierung. Diese habe ihren Standpunkt nicht geändert.

Sugiyama erklärte, Japan entschuldige sich aufrichtig und verfolge den Weg einer friedlichen Entwicklung. Kawamura wurde später von der japanischen Zeitung Sankei Shimbun mit den Worten zitiert: „Die Verluste im Krieg waren normal. China sollte nicht fälschlicherweise behaupten, in Nanjing wären im Jahr 1937 300.000 Menschen ermordet worden.“ Daraufhin veröffentlichten Chinesen im Internet Posts mit Inhalten wie: Sie seien „zutiefst schockiert“ oder „Ohnmächtig vor rasender Wut“. Die Stadt Nanjing verurteilte Kawamura ebenfalls. „Es gibt solide Beweise für die historischen Fakten des Massakers von Nanjing. Die Behauptung von Kawamura ist extrem unverantwortlich,“ liess die Führung der Stadt verlautbaren.

Blogger ärgerten sich auch über Liu Zhiwei, ein altgedientes Parteimitglied für Rechtsangelegenheiten in Nanjing, der Teil der Delegation war und welcher auf dem Treffen nach der Aussage keine Verärgerung zeigte, sondern laut Sankei Shimbun nur kurz antwortete: „Die Menschen von Nanjing lieben den Frieden.“ Das Massaker fand im Dezember des Jahres 1937 statt, als japanische Truppen die Stadt besetzten, welche zu dieser Zeit die Hauptstadt des Reiches war.

Mehr als 300.000 Chinesen wurden von japanischen Invasoren ermordet und vergewaltigt. China habe wegen der Leugnung des Massakers eine Stellungnahme an Japan gesandt, bestätigte der Sprecher des Ministeriums für Aussenpolitik, Hong Lei. Auf die Frage, ob der Vorfall einen Einfluss auf die chinesisch-japanischen Beziehungen habe, sagte Hong, die chinesische Regierung unterstütze die Entscheidung der lokalen Regierung von Nanjing alle Kontakte zu Nagoya abzubrechen.

Hong erklärte daraufhin, die chinesische Regierung habe ihren Standpunkt in der Sache klar gemacht. Das Massaker von Nanjing sei eine bewiesene Greueltat, die von der internationalen Gemeinschaft ebenso verurteilt werde. Nanjing und Nagoya hatten sich im Jahr 1978 zu Partnerstädten erklärt.

Quelle: Shanghai Daily

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~ von oyukidaruma - 03/03/2012.

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