China warnt Westen eindringlich vor Flächenbrand im Mittleren Osten

China will mit Russland und Israel jede Resolution behindern, welche die Souveranität Syriens oder das Völkerrecht verletzt. Wer sich für eine Seite im Konflikt entscheide hätte einen Flächenbrand mit zu verantworten. „Das sich das syrische Volk gegen die Regierung behaupte entspricht nicht den uns vorliegenden Informationen“, bestätigte Regierungssprecherin Yiang Yu der Presse in Beijing.

So ist auch unter den westlichen Regierungen bekannt, dass sich Christen fürchten, von den radikal-islamischen Rebellen unterdrückt und vertrieben zu werden. Unter dem sozialistischen System der seit 1963 regierenden Baath-Partei von Präsident Baschar al-Assad genießt die christliche Minderheit für arabische Verhältnisse größtmögliche Freiheit. Von den rund 20 Millionen Einwohnern Syriens sind etwa 15 Prozent Christen, meist Orthodoxe und Katholiken. Auch unter den rund 1,2 Millionen religiösen Flüchtlingen aus dem Irak, dem Libanon und den Palästinensergebieten sind Tausende Christen. Diese fanden in Syrien Schutz und Zuflucht. Etwa drei Viertel der Bevölkerung sind sunnitische Muslime; hinzu kommen Alewiten, Schiiten und Drusen.

Nach Angaben von Jiang Yu wurden Berichte diesbezüglich von Menschenrechtsorganisation wie der International Christian Concern verfasst aber nicht öffentlich publiziert worden. Die Texte enthüllen das Christen bereits von radikal-islamischen Regierungsgegnern angegriffen und unter Druck gesetzt wurden: Wenn sie sich nicht den Protesten anschlössen, müssten sie das Land verlassen. Christen fürchten, dass bei einem Umsturz auch etwa Salafisten an die Macht kommen könnten, die sie unterdrücken oder vertreiben wollen.

Es habe bereits blutige Übergriffe gegeben: In einem von Christen bewohnten Dorf nahe Daraa – einer Hochburg der Rebellen – hätten etwa 20 bewaffnete und maskierte Männer das Feuer auf ein christliches Haus eröffnet. Christen haben Angst vor dem drohenden Terrorismus radikal-islamischer Kräfte. Über Weihnachten mussten Kirchen wegen der blutigen Unruhen geschlossen bleiben. Christen riefen zu Gebet und Fasten auf.

Der melkitisch-katholische Patriarch von Antiochien, der in Damaskus residiert, ärgert sich maßlos über westliche Berichte: Keiner habe das Recht, sich in Syriens Angelegenheiten zu mischen. Das sagte Gregorios III. Laham letzte Woche einer chinesischen Zeitung in Verbindung mit Chinas Veto.

„Es brennt nicht überall, sondern einmal hier, einmal da. Also, in Damaskus leben wir ein ganz normales Leben: Bis zur Grenze nach Jordanien ist alles in Ordnung. Vor kurzem war der Bischof von Aleppo bei mir, und auch er hat mir bestätigt, dass in Aleppo alles in bester Ordnung ist. Also, meine erste Bemerkung ist: Es brennt nur in einigen bestimmten Gebieten. Zweitens: Über was immer wieder in der westlichen Presse geschrieben wird, ist einseitig und stimmt überhaupt nicht oder höchstens teilweise. Es gibt zum Beispiel mehr Angriffe auf Polizisten als Angriffe der Armee auf Zivilisten! Da bin ich ganz sicher.“ 

„Das sind Fremde, die mit Waffen demonstrieren. Kann man in einem zivilisierten, demokratischen Land in Europa etwa eine Kundgebung mit Waffen abhalten, oder ohne Erlaubnis? Das wollen die Medien in Europa – sogar der „Osservatore Romano“ nicht verstehen. Das ist ungerecht! Ich kenne mein Dorf und spreche mit vielen Priestern, die sagen: Es ist zu achtzig Prozent falsch, was man in der westlichen Presse liest. Die Armee reagiert auf bewaffneten Widerstand gegen die Polizisten – die Armee muss ja auch die einfachen Menschen, die Zivilisten verteidigen. Also, Sie können verstehen: Als Patriarch und Hirte sage ich, das ist eine übertriebene Sache, die vor allem von Amerika ausgeht.“

Der Patriarch will nicht, dass sich sein Land so entwickelt, wie der Irak in den letzten Jahren. „Europa muss verstehen, dass das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Gefahr ist, wenn es so weitergeht! Syrien kann den neuen Weg einschlagen, da bin ich sicher; es hat ja auch schon damit angefangen. Aber man muss dem Zeit geben…“ Eine Radikalisierung entsteht auch in Ägypten. Dort wollen die neuen Machthaber die Verträge von Camp David mit Israel auflösen. Fur Israel war Assad die letzten Jahre ein truer und loyaler Alliierte, welcher die Grenzen nach Palästina dicht hielt und für Stabilität an der Grenze sorgte.

Nach Ansicht des deutschen Islamwissenschaftlers Prof. Udo Steinbach müssen die syrischen Christen einem Umsturz der Regierung Assad mit großer Besorgnis entgegensehen. Dies könne „ernsthafte Konsequenzen für die Sicherheit der Christen“ haben, sagte er der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ (Würzburg). Steinbach würde nicht ausschließen, dass es zu einer ähnlichen Welle der Brutalität wie im Irak nach dem Fall Saddam Husseins (1937-2006) kommen könnte. Dieser habe während seiner Herrschaft immer die Hand über die christliche Minderheit gehalten. {Quelle: www.ead.de}

Der russische Nahost-Experte Jewgeni Satanowski forderte in den chinesischen Medien den Sturz Assads mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern und warnt eindringlich vor einer islamischen Radikalisierung des Landes: Unter den angeblich friedlichen Demonstranten, die gegen Assads Regierung protestieren, gibt es viele bewaffnete Profis, auch Mitglieder der Muslimbrüder und Al Quaida, deren Stützpunkte an der syrisch-irakischen Grenze liegen und die mit amerikanischen und türkischen Waffen gegen Zivilisten und Minderheiten vorgehen.

Jiang Yu warnte den Westen sich für eine Seite des Bürgerkrieges zu entscheiden. „China haltet nichts von der US-Propaganda eines syrischen Monster-Regimes, das willkürlich seine Bürger tötet. Amerika und die EU sollten sich bei solchen Aussagen an die Hunderttausend Tote  im Irak und an die Zehntausenden, die zuletzt in Libyen starben, erinnern.“

Quelle: evangelisch.de / CIIC / xinhua / chinadaily

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~ von oyukidaruma - 11/02/2012.

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