Staatsrat verspricht Verbesserung der Sicherheit in Schulbussen

Kein Thema wird derzeit so hitzig in China debattiert wie die Sicherheit der chinesischen Schulbusse. Zweifel an der Sicherheit kamen auf, nachdem vor wenigen Wochen bei einer Kollision eines überladenen Kleinbusses mit einem Kohlelastwagen 21 Menschen, darunter 19 Kinder im Vorschulalter, getötet und 44 weitere verletzt wurden. Der überladene Bus war kein regulärer Schulbus, sondern wie die meisten Busse Mietfahrzeuge, wie sie u. a. von Schulen in China verwendet werden, bestätigte Li Tao, ein Experte des Instituts für Fahrzeugkontrolle und Forschung in Chongqing.

Das Institut schlug bereits 2010 einen nationalen Sicherheitsstandard für Schulbusse vor. Doch damit sich Schulen die teuren Fahrzeuge leisten können, müsste die Regierung mehr Gelder beisteuern. „Schulbusse müssen sich von den Bussen, die im öffentlichen Verkehr verwendet werden unterscheiden: Zudem werfen sie keinen Gewinn ab und werden pro Jahr nur zehn Monate lang eingesetzt“, so Li. Laut Guo Xiamei, einem Pädagoge der Ohio State University, könnte das Geld für den Busbetrieb auch von NGOs und lokalen Regierungen kommen. Sowohl lokale Regierungen wie auch die Zentralregierung spielen bei der Gewährleistung der Sicherheit der Fahrzeuge eine wesentliche Rolle.

„In den Vereinigten Staate stammt das Geld für Schulbusse von vielen Orten: Von den Schulbezirken, den Regierungen der einzelnen Staaten und der Bundesregierung“, so Guo. „In China variiert die finanzielle Situation der lokalen Regierungen stark, einige Gemeinden sind massiv verschuldet. Doch die Erfahrungen im Ausland zeigen, dass die Hilfe der Regierung beim Aufbau eines soliden Schulbus-Systems unerlässlich ist.“

Li Tao erklärt, dass Fahrzeuge, die in Schulbusse umgebaut werden, mehr als andere Fahrzeugarten kosten. Allerdings erwartet Li, dass der Preis fällt, sobald die Anbieter mehr Bestellungen bekommen. Statistiken von Schulbus-Herstellern wie etwa der Yutong-Gruppe aus der Provinz Henan oder der Huanghai Bus Company aus der Provinz Liaoning zeigen, dass viel weniger Busse gebaut als eingesetzt werden. 2010 verkaufte die Yutong-Gruppe 700 Stück. Die Huanghai Bus Company spricht von jährlich 300 bis 500 Bestellungen. „Bei anderen Anbietern ist die Lage ähnlich“, erzählt Lin Chongdu, Chef des Vertriebs bei der Huanghai Bus Company.

In den Metropolen greifen Schulen bevorzugt auf professionelle Firmen zurück, um ihre Transportdienstleistungen abzuwickeln. „Es nimmt den Schulen die Verantwortung ab, wenn sie professionale Firmen beauftragen“, sagt Wang Jin, Bus-Koordinator einer internationalen Schule in Beijing. „Diese haben eine viel größere Erfahrung bei der Kontrolle der Fahrer und der Wartung der Busse.“

Bei dem tödlichen Busunfall in Gansu war ein Van mit neun Sitzen zum Schulbus umfunktioniert und mit insgesamt 62 Kindern und zwei Erwachsenen vollgestopft worden. Der völlig überladene Van stieß auf seinem Weg zum Kindergarten im dichten Nebel mit einem Lastwagen zusammen. Die beiden Erwachsenen an Bord, der Fahrer und ein Lehrer, starben bei dem Unfall. 43 Kinder wurden verletzt. Die Tragödie löste eine Flut von Kommentaren im Internet und in den Medien aus, die eine Verbesserung des schlechten Schulbus-Systems forderten. Besonders die ländlichen Gebiete sind bekannt für den unsicheren Transport von Schulkindern mit alten und schlecht gewarteten Vans und Lkws.

Mittlerweile beschäftigt sich der Staatsrat mit der Thermatik. Die zentrale und die regionalen Regierungen sollten Mittel bereit stellen, um die Herstellung, Wartung und die Zuteilung von Schulbussen strenger zu überwachen, betonte Wen Jiabao auf einer Konferenz zum Thema „Frauen und Kinder“ in Beijing. Der Staatsrat werde dafür Sorge tragen, die Verwaltung und Sicherheit des Schulbus-Systems zu verbessern, versprach er. Im Falle weiterer Tragödien müssten die verantwortlichen Beamten damit rechnen, zur Verantwortung gezogen zu werden.

Wens Bemerkung war auch eine Reaktion auf den neusten Unfall vom vergangenen Samstag, bei dem ein Schulbus in der nordchinesischen Provinz Liaoning auf einer vereisten Straße ins Schleudern geriet und umstürzte. 35 Kindergartenkinder wurden dabei verletzt. Eine erste Untersuchung ergab, dass die „unsachgemäße Bedienung“ durch den Fahrer die Ursache des Unfalls war.

Viele Schüler in den ländlichen Gebieten müssen täglich weite Strecke reisen, um Schulen in anderen Landkreisen oder Städten zu erreichen, da die Schüleranzahl der Dorfschulen begrenzt ist. Auf der Konferenz in Beijing forderte Premier Wen auch zur Verbesserung der Ernährung von Kindern und zur Verbesserung der vorschulischen Erziehung auf, und versprach, dass künftig Waisen sowie kranken und behinderten Kindern mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse.

Der Manager des Kindergartens aus dem Kreis Zhengning in der nordwestchinesischen Provinz Gansu, Li Jun, ist wegen des Busunglücks am vergangenen Mittwoch verhaftet worden. Der Bus war mit 64 Kindern an Bord total überfüllt. Der Haftbefehl wurde von der Volksstaatsanwaltschaft des Kreises Zhengning am Sonntag bekannt gegeben.

Quelle: CRI

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~ von oyukidaruma - 29/11/2011.

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