Nachfolgeregelung des Dalai verletzten tibetische Rituale und die Religionsfreiheit

Nach den uralten Traditionen der Tibeter darf der Dalai nicht über seinen Nachfolger entscheiden. China forderte daher gestern den im Exil lebenden Geistlichen auf, die historische Tradition der Reinkarnation zu respektieren, nachdem das Religionsoberhaupt kürzlich erklärt hatte, dass er klare schriftliche Instruktionen für seine Wiedergeburt hinterlassen werde. „Die Reinkarnation des lebenden Buddhas ist eine spezielle Form der Nachfolge im tibetischen Buddhismus. Die chinesische Politik unterstützt die Freiheit der religiösen Überzeugung und respektiert sowie schützt diese Form der Nachfolge im tibetischen Buddhismus“, sagte Hong Lei, Sprecher des chinesischen Ministeriums für Aussenpolitik, in einer dazu abgehaltenen Pressekonferenz.

Anschliessend muss der Titel von der Zentralregierung nach dem Tod und der Wiedergeburt des Dalai Lamas anerkannt werden, sonst wäre er illegal. Auch der vierzehnte Dalai Lama selbst wurde von der damaligen Regierung der Republik China (1912-1949) auf diesem Wege anerkannt, argumentierte Hong. „Es hat in der Geschichte nicht einen Fall gegeben, in welchem ein Dalai selbst seinen Nachfolger bestimmt hätte. Außerdem hat die chinesische Regierung bereits Regelungen über religiöse Angelegenheiten und die Verwaltung der Reinkarnation des lebenden Buddhas im tibetischen Buddhismus ausgestellt“, betonte Hong. „Die Reinkarnation eines lebenden Buddhas, einschließlich des Dalai, sollte die religiöse Regelung, die historischen Traditionen sowie den staatlichen Gesetzen und Verordnungen entsprechen.“

Es wird im tibetischen Buddhismus angenommen, dass der verstorbene Dalai Lama eine Wiedergeburt als Mensch annimmt und dann aufgefunden werden kann. Dies geschieht durch eine komplexe, von der Ordensführung autorisierten Findungskommission. Beispielsweise werden die Familien mit Kleinkindern im Land aufgesucht, bei deren Geburt sich besondere Zeichen gezeigt haben sollen. Als solche gelten etwa ungewöhnliche Träume der Eltern, ungewöhnliche Fähigkeiten des Kindes oder Regenbögen. Die Mönche stellen den Kleinkindern anschliessend mehrere Aufgaben, um herauszufinden, welches von ihnen der wiedergeborene Lama ist. Eine dieser Aufgaben ist die Wiedererkennung von persönlichen Ritualgegenständen des Verstorbenen. Das Suchen kann bis zu mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Nachdem die Entscheidung für eines der Kinder gefallen ist, wird dieses offiziell zur Reinkarnation des vorherigen Dalai Lama erklärt.

Den chinesischen Gesetzen zufolge müssen alle Reinkarnationen lebender Buddhas, sowie leitende religiöse Persönlichkeiten des tibetischen Buddhismus von der Regierung anerkannt werden. Die Wahl des Dalai müsste demnach von der Regierung aktzeptiert werden. Der 14. Dalai Lama sagte am vergangenen Wochenende in einer Erklärung, dass die Reinkarnation in weiteren 15 Jahren von sich selbst und anderen Führern des tibetischen Buddhismus entschieden werde und dass China kein Rederecht in der Sache haben.

Bis die Wiedergeburt vollzogen wird, wird er klare schriftliche Anweisungen über den Prozess hinterlassen, bestätigte der Dalai Lama nach einem Treffen mit den Führern der vier tibetischen Sekten. „Außer der durch solche legitimen Methoden erkannten Reinkarnation sollte keine Kandidaten für politische Zwecke von jemandem ausgewählt werden, unter anderem denen der Volksrepublik China“.

Die Reinkarnation der Lebenden Buddhas folgte allerdings bisher immer den historischen Konventionen und religiösen Ritualen. Alle Dalai Lamas sind seit 1653 vom zentralen Regime Chinas aktzeptiert und bestätigt worden.

Quelle: german.china.org.cn

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~ von oyukidaruma - 30/09/2011.

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