Chongqing will Sicherheit durch Ausbau der Überwachung gewährleisten

Dier Volkskongress von Chongqing, Chinas bevölkerungsreichste Megapolis, hat angekündigt ein enormes Kameraüberwachungsnetzwerk zu installieren, bestätigte ein städtischer Beamter. Jede der 500.000 Hightech Kameras soll doppelt soviel wie das durchschnittliche Nettojahreseinkommen der Stadtbürger kosten. Die gesamte Aktion soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Die Kosten betragen 20 Milliarden Yuan (etwa 2,2 Milliarden Euro), sagte Liu Guanglei, Sekretär des städtischen Komittees für Politik und Recht, bei einer Pressekonferenz in Chongqing am Montag. Zudem verkündte Liu stolz, dass Chongqing im Jahr 2010 zur „sichersten Stadt“ der Volksrepublik ernannt wurde.

So wurde der Stadt erst kürzlich bescheinigt, dass ihre „öffentliche Sicherheit und soziale Stabilität“  letztes Jahr jede andere chinesische Stadt übertraf. Die Megapolis geriet die letzten Jahre mit ihren massiven Razzien gegen Mafia- und Bandenwesen in die Medien. Die Kampagne gipfelte in medienwirksamen Schauprozessen gegen lokale „dunkle und üblen Mächte“. Der  Erfolg wird dabei stets dem Parteisekretär Bo Xilai zugeschrieben. Eine hohe Anzahl von korrupten Polizisten, Regierungs- und Parteioffiziellen, darunter der ehemalige Chef der städtischen Justizbehörden, Wen Qiang, wurden verhaftet und verurteilt.

Bis Ende Juni seien in der Stadt 405 Banden zersplittert und 4.425 Verdächtige festgenommen worden, sagte Liu. Außerdem habe die Stadt zum ersten Mal den Titel gewonnen, während sie 2008 noch auf Rang 19 und 2009 auf Rang 13 war. Liu zufolge wurde mehr als die Hälfte der steuerlichen Aufwändungen der Stadt dazu verwendet, die Lebensbedingungen der Bürger in den letzten drei Jahren zu verbessern. „Ich habe kein Problem damit, abends in Einkaufszentren oder Wohngebiete zu gehen, weil nun überall Polizisten patroullieren“, sagte Feng Fan, ein 27-jähriger Bewohner.

Dennoch gibt es Bedenken: die Kameras würden zu tief in die Privatsphäre eindringen und die hohen Kosten der Installation seien nicht zu rechtfertigen. „Sicher, die Kameras und Polizeipatrouillen wirken abschreckend“, sagte eine Frau. „Aber es wird ziemlich teuer werden, die viele Kameras zu installieren und dann regelmäßig zu warten.“ Eine Kamera kostet etwa 40.000 Yuan. Das Nettoeinkommen eines Stadtbewohners von Chongqing betrug 2010 jedoch weniger als 20.000 Yuan pro Jahr.

Laut dem regierungseigenen Umfragezentrum „Soziale Fakten & Öffentliche Meinung” soll der sogenannte Bewusstseinsindex der Stadt für öffentliche Sicherheit ein historisches Hoch von 96 Prozent im Jahre 2010 erreicht haben. „Der Index wurde in den letzten Jahren stets erhöht, was die Tatsache reflektiert, dass lokale Einwohner sich sicherer in der Stadt fühlen“, erklärte Wang Jun, der Direktor des Zentrums, gegenüber der China Daily. Wang zufolge basiert die Umfrage auf einer „zufälligen Befragung von 30.000 Bewohnern“, die inzwischen mehr als ein Jahr dort leben.

Bo Xilai kündigte im Jahr 2008 eine Kampagne an, mit der die Lebensqualität stetig verbessert werden soll. Die fünf großen Ziele waren, die Stadt lebenswerter zu machen, ein effizientes Nahverkehrssystem aufzubauen, die Waldfläche zu vergrößern, die Kriminalitätsrate zu verringern, die Standards für Arbeitssicherheit zu verbessern und eine gesunde Lebensumgebung zu schaffen.

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~ von oyukidaruma - 16/08/2011.

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