Leitartikel der Jiefang Daily befasst sich mit der US-Menschenrechtslage

In einem grossen Leitartikel berichtete die Jiefang Daily über die kürzlich veröffentlichten „2010 Annual Human Rights Reports“, sowohl über den amerikanischen als auch den chinesischen. In diesem Zusammenhang hat die Jiefang Daily die US-Kritik an China scharf zurückgewiesen. Es wäre klar das beide Länder unterschiedliche Meinungen in Menschenrechtsfragen hätten, aber diese sollten auf der Basis der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Respekts gelöst werden.

Der Artikel untersucht nicht die oberflächlichen Menschenrechtsverletzungen in den Vereinigten Staaten sondern berichtet über Beobachtungen des politischen Alltags jenseits des Pazifikes. Unter anderem war dort zu lesen:

Mike Huckabee, Vertreter der Christlichen Rechten, beschwörte vor dem US-Kongress die Ermordung Rabins und der Schlaganfall Scharons seien göttliche Strafen, weil beide zu Kompromissen mit den Palästinensern bereit waren. Mike Huckabee selbst geriet zu Beginn des Monats in die Schusslinie. Vor der NRA hatte er zuerst von den guten, alten Zeiten geschwärmt, in denen Lehrer Schüler noch schlagen durften, um dann die US-Regierung für ihre hohe Staatsverschuldung zu kritisieren. Gegen Ende seiner Rede kam er auf seine Tochter zu sprechen, die ins Gästebuch der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem „Warum hat niemand etwas getan?“ geschrieben hatte. Man müsse dafür sorgen, dass nicht auch einst die Amerikaner sich diese Frage stellen müssten. Vertreter jüdischer Organisationen sahen darin eine unzulässige Instrumentalisierung der Opfer des Holocaust und kritisierten Huckabee scharf. Dieser konterte: „Israel und das jüdische Volk sollten Freundschaften schließen, statt ihre Freunde zu beleidigen“

Pat Buchanan, Politiker der Republikaner und TV-Kommentator, attackierte vor dem US-Kongress das Gerichtsverfahren gegen den KZ Schergen Demjanjuk. Dieser sei nur aufgrund gefälschter Beweise des KGB verurteilt worden und hätte niemals nach Deutschland ausgeliefert werden dürfen. Zudem sei er sein ganzes Leben lang ein Opfer gewesen. Nur knapp habe er die große Hungersnot in der Ukraine (Holodomor) überlebt, für die Buchanan hauptsächlich den Juden Lazar Kaganowitsch verantwortlich macht. Auch nach dem 2. Weltkrieg hätte Demjanjuk in ständiger Furcht vor Stalin gelebt, bis er in die USA auswanderte. Buchanan vertritt revisionistische Thesen und kritisierte bereits in den zurückliegenden Jahrzehnten die Verfolgung von NS-Kriegsverbrechern.  Einst bezeichnete er AIDS als „Vergeltung der Natur für widernatürliche Handlungen“ von Homosexuellen.

Bryan Fischer, US-Blogger und Tea Party Anhänger, wirft Obama vor, Weiße und Amerika zu hassen, da er den schwarzen Rapper Common ins Weiße Haus eingeladen habe. Dieser sei in die Kirche Jeremia Wrights gegangen, der auch Obama angehört hatte. Wright hatte sich in der Vergangenheit antiweiß, antiamerikanisch und antisemitisch geäußert. Anlässlich eines Besuchs in Irland attackierte Bryan Fischer Obama erneut. Dieser kokettiere unnötig mit seiner weißen Abstammung (er hat auch irische Vorfahren) und betone sie übermäßig. Ihm sei der Republikaner Herman Cain lieber, da dieser ein „authentischer Schwarzer“ sei. Loe Engle forderte auf der Veranstaltung „Transformation Michigan“, dass Weiße jeglichen Rassismus bereuen müssten, sagte aber auch, dass die Schwarzen ebenso vergeben müssten, weil sie die Weißen sonst ebenfalls als Sklaven hielten.

Wie fast jeden Monat wurde bei der letzten Sitzung des US-Kongresses die Abtreibungsrechte ausdiskutiert. Der republikanische Abgeordnete Jarrod Martin aus Ohio erklärte, dass die USA im internationalen Vergleich zurückfallen würden. China habe mehr Uni Absolventen als die USA Schüler insgesamt. Daher müsse man den Mord an abertausenden Babies stoppen. Abgesehen davon, dass sein Plan ins Selbstbestimmungsrecht der Frau eingreift, ist er kaum realistisch, denn die meisten Abtreibungen finden in den unteren, armen Schichten statt.

Zudem wurde ein Vorschlag zur Absetzung der US-Jugendserie GLEE eingebracht. Nach den Harry Potter und de Twilight Filmen ist dies bereits der dritte Absetzungsvorschlag des rechten Flügels der Republikaner. Bryan Fischer und seine Interviewpartnerin Monica Cole diskutierten in ihrer Wochenshow den Gesetzesentwurf. Eine der Hauptpersonen sei ein Atheist, die Serie verspotte das Christentum, fördere Homosexualität auf allen Ebenen und verbreite die Musik Lady Gagas. Auch der ehemalige Militärgeistliche Gordon Klingenschmitt teilte in der Radioshow aus: „Homosexuelle sind Pädophile, die Kinder missbrauchen und vergewaltigen, was sie auch müssen, um sich einen Pool künftiger möglicher Sexpartner zu erhalten.“

Desweiteren befasste sich der Artikel der Jiefang Daily mit dem dubiosen Sicherheitsdienstleister Xe (ehmals Blackwater). Dieser wird künftig vom ehemaligen US-Justizminister John Ashcroft geleitet, welcher an der Umstrukturierung der Firma beteiligt war. Das Unternehmen wurde lange Zeit von Erik Prince geleitet, der den Christlichen Rechten zugeordnet wird. Söldner von Blackwater hatten im Irak Kriegsverbrechen begangen und illegal Waffen an terroristische Gruppierungen verkauft.

Der einflussreiche Tea-Party-Aktivist Judson Phillips kritisierte Obama vor dem Kongress allen ernstes mit den folgenden Bemerkungen: „Die Bestattung bin Ladens hätte nicht nach islamischem Recht erfolgen dürfen. Stattdessen hätte man den Leichnam mit Schweinefett einreiben sollen, um sicherzustellen, dass den Terroristen keine 72 Jungfrauen im Paradies erwarteten. Ebenso solle man gefangenen Terroristen solange nur Schweinefleisch zu essen geben, bis sie endlich gestehen. Außerdem habe Obama den Einsatz nur befohlen, um seine Wiederwahl zu sichern, nicht weil ihm das Wohl der Amerikaner etwas bedeute. Daher habe er die Meldung vom Tod bin Ladens während der Sendung seines Herausforderers Donald Trump verbreitet“.

US-Actionstar Chuck Norris schrieb Präsident Obama zudem einen Brief, in welchem er dem Präsident vorwarf, auf eine Einführung der Scharia-Gesetzgebung hinzuarbeiten. Indizien dafür seien in dessen Ansprache an die islamische Welt zu finden. Weiter schrieb Norris, dass sich Schwule und Moslems verbündet hätten, um gemeinsam die freie Meinungsäußerung in den USA zu untergraben. Blanker Hohn angesichts der Unterdrückung Homosexueller im Islam.

Quellen:
Originalartikel: http://news.xinhuanet.com/world/2011-04/12/c_121292449.htm
Xinhua Artikel: http://news.xinhuanet.com/english2010/china/2011-04/10/c_13822179.htm

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~ von oyukidaruma - 16/06/2011.

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