Entwickelte die kaiserliche Armee Atomwaffen in Fukushima?


Einheiten einer Spezialgarde des kaiserlichen Hofs bei einer Parade

Der japanische Atomexperte Tatsuo Sato nahm am Freitag in Beijing bei eine Pressekonferenz teil. Im Auftrag der Atombehörde seines Landes informierte Sato dabei Vertreter der chinesischen Medien und Unternehmen über die aktuelle Lage in Fukushima sowie die neuen Maßnahmen zur Begegnung der Atomkrise. Das in Asien anhaltende Gerücht, Spezialeinheiten der kaiserlichen Armee hätten im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi Atomwaffen entwickelt, wurde allerdings schnell zum alleinigen Thema der Konferenz.

Die Journalisten bei der Konferenz forderten Tatsuo Sato immer wieder auf, zu den Gerücht über ein geheimes Atomwaffenprogramm in Fukushima Stellung zu nehmen. Erst nach mehrmaligen Bohren kam Sato zur Sache und sagte, er arbeite seit mehreren Jahren bei der japanischen Atombehörde und solche Legenden schenke er keine Bedeutung. Seinen Kenntnissen und Erfahrungen nach gibt es keine Atomwaffen im AKW.

Auf die Fragen, warum die japanische Regierung zu Beginn der Atomkrise so langsam und ratlos reagiert hatte, keine ausländischen Beobachter zugelassen wurde, und dem Errichten einer Sperrzone der japanischen Armee, antwortete der Experte, dass die Regierung erst Meinungen von allen Seiten sammeln musste, um einen vernünftigen Plan auszuarbeiten. Die Armee war vor Ort um den Zivilisten zu helfen und soziale Stabilität zu gewährleisten.

Bei der Konferenz nutzte der japanische Gesandte die Chance, in China der Meinung seiner Regierung gegenüber Atomwaffen Nachdruck zu verleihen. Laut ihm sei Japan nicht nur gegen die Atomwaffenentwicklung, sondern appelliere auch an die restliche Welt, auf Atomwaffen zu vernichten.

Kurz nach der Krise entstand das Gerücht erstmals und zwar in Japan selbst. Ein berühmter japanischer Blogger und Journalist, Yoichi Shimatsu, Ex-Chefredakteur der Japan Times, schrieb „ein geheimes Atomwaffenprogramm einer Spezialeinheit der Armee behindere im AKW in Fukushima die Rettungsaktionen“.

Kurz darauf veröffentlichte Yoichi Shimatsu auf der Seite New America Media einen Kommentar, in dem es hiess, ein Atomwaffenprogramm sollte im Atomkraftwerk Daiichi in der japanischen Präfektur Fukushima heimlich durchgeführt werden. Seit dem schweren Erdbeben am 11. März haben die japanische Regierung und der AKW-Betreiber Tepco zwar die Bevölkerung mehrmals über die Lage der Atomanlagen informiert, aber in ihren Angaben gäbe es zu viele „Ich nehme an“, „vielleicht“ und „Es soll“, und den Informationen mangele es an Untermauerung durch technische Daten und ausländischer Bestätigung. Außerdem hätte die Armee, und nicht die Regierung, abgelehnt, ausländische Hilfsteams zu Rettungsaktionen ins AKW zu lassen. All dies könne nur bedeuten, dass sich ein Geheimnis im AKW Fukushima-Daiichi verstecke, und das sei sehr wahrscheinlich ein geheimes Atomwaffenprogramm. Die Blogs von Shimatsu lösten heftige Debatten im asiatischen Internet aus. 70 % allerdings, so eine Onlineumfrage, glauben ihm kein Wort und bezeichnen ihn als „Verschwörer“ und „Storymaker“.

Interessant ist in diesem Zusammenhang aber noch kurz zu bemerken, dass die japanische Regierung in Zusammenarbeit mit der japanischen Armee, nur kurz nach Bekanntwerden des Gerüchtes die 20-Kilometer-Zone um das Kraftwerk komplett mit Armeeeinheiten abgeriegelt und zur verbotenen Zone erklärt hat. Bei Zuwiderhandlungen drohen Japanern, insbesondere einheimischen Flüchtlingen welche zurück zu ihren Häusern gelangen könnten, hohe Bußgelder und sogar Haft.

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~ von oyukidaruma - 30/04/2011.

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