Liu Xiang und der Kampf gegen AIDS

Liu Xiang und Hao Yang, Direktor des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention (Einer Abteilung des Ministeriums für Gesundheit), sprachen zusammen am Dienstag mit Interessierten und Pressevertretern über die Arbeit, welche Organisationen zusammen mit der Regierung, auch über die Arbeit im nationalen Volkskongress hinaus, leisten können. Grund des Zusammentreffens war die Tatsache dass die Zahl der Aidstoten auf dem chinesischen Festland bald ihren traurigen Höhepunkt erreicht haben könnte. Bis Ende des vergangenen Jahres starben chinaweit 68.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit. Alleine im vergangenen Jahr forderte das Virus 7.700 Menschenleben. Seit 2008 gilt Aids in China als die häufigste Todesursache unter den Infektionskrankheiten. „Da die Menschen, die sich in den 90ern infizierten, inzwischen ein vollentwickeltes Krankheitsbild entwickelt haben, ist die Zahl der Todesfälle gestiegen“, erklärte Liu. Hinzu komme die schlechte Verträglichkeit der Medikamente mit ihren starken Nebenwirkungen.

Zwischen 1992 und 1997 wurde eine große Zahl von Menschen in ländlichen Gebieten, vor allem aber in den Provinzen Henan, Shanxi, Anhui und Hubei durch infiziertes Blut mit dem Virus angesteckt. Wie viele es genau sind, ist nicht bekannt. Damals hatten skrupellose Firmen und Krankenhäuser arme Bauern zum Blutspenden bewegt, indem sie ihnen Angebote unterbreiteten, die viele als verlockend empfanden. Die Agenturen entnahmen das Blut, extrahierten das Plasma und spritzten den Rest wieder dem Spender, welcher dafür entlohnt wurde. Viele steckten sich dabei mit dem Aids-Virus an, da das Equipment nicht steril war. Offizielle Zahlen aus Henan besagen, dass mehr als 30.000 Menschen auf Grund einer Blutspende erkrankten. Doch Zhang Beichuan, einer der führenden Aids-Forscher des Landes ist sich sicher: „Diese Zahl war zweifellos untertrieben.“

Um das in den Griff zu bekommen, begann die Regierung zuerst, den illegalen Plasmaverkauf zu stoppen. Zudem hat sie die Überwachung der Blutspenden verstärkt und allen Patienten eine Gratisbehandlung angeboten. Gegenwärtig leben in China etwa 740.000 Menschen mit dem HIV-Virus. Davon haben laut offiziellen Statistiken rund 140.000 Patienten ein Vollbild der Krankheit entwickelt. Liu forderte die Menschen mit dem Virus auf, die Gratisbehandlung anzunehmen. Von den rund 100.000 Patienten, die behandelt werden, haben rund 20 Prozent eine Resistenz entwickelt. Sie müssen auf Medikamente der zweiten Generation zurückgreifen, welche ebenfalls kostenlos angeboten wird. Dank der Medikamentation ist die Sterberate bei Menschen mit einer voll entwickelten Aidserkrankung von 10,8 Prozent im Jahre 2005 auf 4,6 Prozent im vergangenen Jahr gesunken. Diese Zahlen verkündete Liu während der Sitzung des NVK.

„Eine korrekte Einnahme der Medikamente hilft dabei, die Resistenzbildung hinauszuzögern“, sagt Hao. Er empfiehlt Menschen, die ein Risikoverhalten an den Tag legen, sich regelmäßig einem kostenlosen Aidstest zu unterziehen, denn wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird, können die Folgen hinausgezögert werden. Trotz Regeln, welche Homosexuellen und Trägern von Geschlechtskrankheiten (darunter Aids) das Spenden von Blut verbieten, sollen doch einige schwule HIV-Träger ihr Blut verkauft haben. Um nicht diskriminiert zu werden, haben sie ihre sexuelle Orientierung nicht angegeben, erklärte er. Dies habe in einzelnen Fällen bei den Empfängern zu einer Infektion geführt. Die weit verbreiteten Testmethoden können nämlich das Virus im Blut eines Menschen nicht nachweisen, wenn dieser sich erst vor sehr kurzer Zeit angesteckt hat.

In den vergangenen Jahren seien Männer, die mit anderen Männern Sex haben, die gefährdetste Gruppe bei der Verbreitung von HIV und Aids geworden, weiß Liu. Von den rund 44.000 Neuinfektionen des vergangenen Jahres stammen fast 13 Prozent von schwulen Männern. „Aids geht uns alle an, ist aber unter den Homosexuellen übermäßig stark verbreitet“, sagt Liu. Bei der gewöhnlichen Bevölkerung liege die Infektionsrate bei rund 0,05 Prozent, doch seien etwa fünf Prozent aller chinesischen Schwulen mit HIV infiziert. Liu Xiang versprach durch Aufklärung und Verbreitung von Information könnte diese Zahl bis zum nächsten Jahr gesenkt werden. „Es ist eine grosse Aufgabe, aber sie ist nicht unlösbar“.

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~ von oyukidaruma - 25/04/2011.

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