Ex Premier Zhu Rongji wirft der Hu Wen Administration wenig Reformwille vor

 

Bei einem seiner selten gewordenen öffentlichen Auftritte setzte Ex Premier Zhu Rongji gestern bei einem Besuch in der Tsinghua Universität zur Kritik an und warf der Regierung „wenig Reformwille“ vor. Schlecht stünde es vor allem um das Bildungssystem. Er kritisierte vor allem die Veränderungen in der Hochschulbildung und warf einigen Beamten und Gelehrten vor, oftmals die Wahrheit zu verdrehen.

Die im März vom NVK beschlossenen neuen Richtlinien zur Bildungsofferte seien „voller leerem Gequatsche und Unsinn“ warf er den Delegierten vor. Der mittlerweile 82 jährige machte seine kritischen Bemerkungen während einer Einladung der Universität zum bevorstehenden 100 jährigen Bestehen.  Zhu, der an der Tsinghua mehr als sechs Jahrzehnte zuvor studierte, war u. a. Gründungsmitglied der „University School of Economics and Management“, welcher er auch von 1984 bis 2001 vorstand.

Während Studenten und Blogger die Kritik an den Reformen bewunderten, weil sie sie für eine ehrliche Bemerkung halten, war wohl den anwesenden Staatsratsmitgliedern Liu Yandong und dem Minister für Bildung Yuan Guiren, nicht sehr wohl. Beide waren nach der Rede Zhus für keine weiteren Statements zu erreichen. Kritik übte Zhu auch an den Expansionsplänen der Universitäten und Hochschulen, mit welcher noch unter seiner Amtszeit in den späten 90er begonnen wurde.

Zhu warf der Regierung vor, Fahrzeuge auf der Shanghai Auto Show auszustellen, welche tausende von Yuan kosten, während noch immer viele ländliche Kinder nicht die gleiche, freie Bildung, wie ihre Brüder und Schwestern in den Städten genießen,  sei das total falsche Zeichen und zeuge von wenig Reformwille. Analysten und Experten sind der Meinung Zhu wollte mit seinen Äusserungen weniger die Regierung kritisieren als mehr das System an sich um die Diskussionen um die Bildungsreform herum neu zu entfachen.  

Ähnlich ging er vor sieben Jahren vor als er einen kritischen Bestseller über die dunklen Seiten des ländlichen Lebens und die Not der Bauern schrieb. Unter anderem kritisierte er darin auch einige seiner ehmaligen Kollegen sowie Jiang Zemin für deren Agrarpolitik. Schwerpunkt seiner Kritik lag meistens in dem Unwillen der kommunalen Provinzparlamente den Beschlüssen und Anweisungen der Zentralregierung zu folgen.

Zhu Rongji plant derweil sein viertes Buch.

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~ von oyukidaruma - 23/04/2011.

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