Japan sieht sich im Kriegszustand mit der atomaren Bedrohung

 

Diese Ansicht teilt zumindest der japanische Kaiser Akihito. In seiner ersten landesweit ausgestrahlten TV Rede seit dem Beben und dem Tsunami erklärte er: „Die durch das Erdbeben verursachten Probleme in Fukushima waren unvorhersehbar“. Er zeigte sich tief besorgt über die Folgen dieser noch nie dagewesenen Katastrophe. Der Tenno rief die Japaner auf nicht aufzugeben. „Wie im Krieg stehen wir einem mächtigen Gegner gegenüber. In diesem Konflikt stehen sich Volk und Regierung als ganzes der Sache gegenüber. Wir kennen noch nicht die endgültigen Zahlen der Opfer, aber ich bete dafür, dass jeder Einzelne gerettet wird.“

Tepco gab mittlerweile bekannt das in Reaktor 2 eine Entspannung einsetze. Der Druck ginge zurück und die Temperaturen stabilisieren sich. Die Lage im Reaktor 4 sei allerdings nach wie vor „kritisch“. Priorität habe nun die Situation im Reaktor 3. Demnach sollen Einheiten der Luftwaffe von  modifizierten Helikoptern aus eisgekühltes Wasser auf den Reaktor 3 schütten, um die Brennstäbe zu stabilisieren. Die Kühlungsaktion am Reaktor 3 war zuvor wegen der Strahlenbelastung eingestellt worden. Ein Teil der Schutzhülle des Reaktors 3 könnte beschädigt sein, es gibt aber derzeit keine Überprüfungsmöglichkeiten. Tepco gab zudem bekannt schnellstmöglich eine Zufahrtsstraße zum Reaktor 4 zu bauen, damit Fahrzeuge der Einsatzkräfte und des Militärs die Anlage besser erreichen können.

Tepco will die kommenden Stunden die Möglichkeit prüfen, aus Flugzeugen heraus feuerhemmende Borsäure auf Reaktor 4 zu sprühen. Damit sollte eine mögliche Kettenreaktion in den dort gelagerten abgebrannten Brennelementen verhindert werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Wiederanlaufens der Kettenreaktion sei „nicht null“, betonte der Sprecher. Südkorea und China sicherten Lieferungen an Borsäure zu.

Zudem gab die Kommission für öffentliche Sicherheit am Morgen bekannt, das die Zahl der Toten auf mehr als 11.000 gestiegen sei. Offiziell werden damit über 7.500 Menschen vermisst. Die Zahl der bestätigten Toten liegt bei 3.676, verletzt wurden 1.990 Menschen. Am Wochenende hatte der Polizeisprecher der Präfektur Miyagi erklärt, allein in dieser Region sei mit 10.000 Toten zu rechnen.

Zudem verursachten Falschinformationen gestern Nacht Panik in Hongkong. In einigen Microblogs war die Rede davon das eine radioaktive Wolke auf Hongkong zukomme. Ein Sprecher der Regierung dementierte die Gerüchte. Beim Messen der Strahlenintensität seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Auf Xinhua war ein Wissenschaftler namens Leung Wingmo zu sehen, welcher bestätigte das sich der Westwind von Japan aus nach Osten in Richtung Pazifik drehen würde – und damit weg von China.

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~ von oyukidaruma - 16/03/2011.

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