Erdbeben und Tsunami plagen Kaiserreich Japan

 

Fernsehbilder des Staatsfernsehens NHK (Nippon Hoson Kyokai) zeigten zu allererst, wie Schiffe und Autos an der Küste von den mörderischen Fluten mitgerissen wurden. Laut dem Bericht gab es im Norden des Landes viele Verletzte, aber auch Tote. Mehrere Menschen sollen auch durch aufkommende Erdrutsche verletzt worden sein. Die japanische Zentralregierung  gab schon heute Morgen, kurz nach dem Beben eine Tsunami-Warnung für bis zu zehn Meter hohe Wellen heraus. Militärflugzeuge der kaiserlichen Luftwaffe sind im Dauereinsatz, um einen Überblick über die Schäden des Bebens und des Tsunamis zu bekommen.

Die Stärke des Erdbebens war von der Zenralregierung mit 7,9 angegeben worden. Das Epizentrum lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokyo. Japanische Geologen gingen allerdings von eine Stärke von 8,4, der US-Geologiedienst USGS von 8,9 aus. Ein Zehn-Meter-Tsunami traf den Hafen von Sendai im Norden, berichtete die Agentur Kyodo. Die westjapanische Präfektur Wakayama forderte sofort 20.000 Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. In der Stadt traten die Flüsse durch einströmendes Meerwasser über die Ufer. Ganze Wohngebiete und Landstriche seien überflutet, berichtete Kyodo. NKH berichtete die Shinkansen würden nicht mehr fahren, freie Taxis seien kaum mehr zu bekommen. In Tokyo herrscht Ausnahmezustand: Die öffentlichen Verkehrsmittel seien vollständig zum erliegen gekommen, die Straßen seien voller Menschen die versuchen würden zu Fuss zur Arbeit zu kommen.


Feuer steigen über Tokyos Skyline auf

Die japanischen Behörden riefen die Menschen an der Küste auf, sich in höher gelegene Gebiete oder in ihren Häusern in die oberen Stockwerke zu begeben. Es drohen weitere Tsunami. Auch weitere starke Nachbeben könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Regierung spricht mittlerweile vom „möglicherweise schlimmsten Erdbeben in der Geschichte Japans“ aus, sagte ein Sprecher des Oberhauses der Nachrichtenagentur Kyodo. NHK berichtet, dass mindestens fünf Toten bestätigt seien. Es gebe aber hunderte Verletzte, zahlreiche Häuser seien eingestürzt, manche Landstriche vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten.

Nach dem Erdbeben haben sich die Atomkraftwerke an Japans Pazifikküste in den Präfekturen Miyagi und Fukushima automatisch abgeschaltet, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. An den Atomkraftwerken im Erdbebengebiet seien keinerlei Schäden zu verzeichnen, sagte Premier Naoto Kan. Der Gouverneur der Präfektur Miyagi forderte die Führung in Tokyo dazu auf, die Armee zu schicken. In Aufnahmen aus Hubschraubern war zu sehen, wie eine massive Flutwelle Schiffe, Lastwagen, Autos und Trümmer vor sich her in die Städte und Dörfer schob. An vielen Stellen Sendais waren Feuer ausgebrochen. Nach Regierungsangaben handelt es sich um rund 50 Feuer im Nordosten Japans. In einer brennenden Raffinerie in Chiba nördlich habe es auch Explosionen gegeben. Fernsehbilder zeigen Feuerwehrleute, die mit Armeeeinheiten versuchen, das Feuer zu löschen. Meterhohe schwarze Rauchwolken verdunkeln den Himmel in der Region.

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~ von oyukidaruma - 11/03/2011.

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